Vergesellschaftung mit Zahnpatient

Rund um die Vergesellschaftung von Degus
Viktor.K
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Vergesellschaftung mit Zahnpatient

Hallo an alle,

dies ist mein erster Beitrag in diesem Forum und ich hoffe ein paar gute Tipps zur Vergesellschaftung eines Zahnpatienten zu erhalten. Insgesamt halte ich aktuell 4 Degus wobei die 1 Vergesellschaftung nach kurzer Zeit mit einer Vertreibung endete. Dies nur mal als Randnotiz.

Aktuelle Konstellation im Gehege:
Chip und Chappy: leben seit Beginn an zusammen, beide ca. 2,5 Jahre alt. Die beiden sind aufgeweckte Burschen, die auch viel miteinander Kuscheln. Streit gibts zumeist nur wegen Futter und Leckerlies.

Jacky ca. 4,5 Jahre alt: Ein wundervoller Typ von Degu, zutraulich bleibt auch ganz ruhig auf der Schulter oder dem Arm sitzen und ist jedem Artgenossen gegenüber sehr freundlich gesinnt. Vergesellschaftungen hat er bereits einige hinter sich, weshalb ich auch seiner Vorbesitzerin versprochen habe, dass er ohne absolute Notwendigkeit nicht erneut Umziehen muss. Er wurde von mir im November aufgenommen und im Dezember fand die Zusammenführung mit Chip und Chappy statt, nachdem am Trenngitter alles gut ausgesehen hat. Anfang Januar wurde er von Chip und Chappy vertrieben. Hierbei gab es einen Biss in Richtung Auge, woraufhin eine Behandlung mit Floxal durchgeführt wurde. Beim Erneuten Versuch einer Zusammenführung mit Chip und Chappy kam es direkt zu Bissen, wieder ins gleiche Auge, diesmal wurde aber das Lied durchtrennt. Abends gings dann zur Tierklinik woraufhin das Lid zusammengenäht wurde und wieder Beginn der Behandlung mit Floxal, diesmal kam aber noch Metacam und Marbo hinzu. Nachdem die Wunden Verheilt sind wurde der Käfig ausgebaut.

Toni ca. 3,5 Jahre alt: Zog nach dem Käfigumbau vor zwei Wochen ein. Nachdem sich Toni sehr schnell eingelebt hat, und auch wahnsinnig schnell ein Nest gebaut hat kam aufgrund seines Verhaltens immer mehr die Frage nach seiner Zahngesundheit auf. Beobachten konnte ich dabei regelmäßig, dass er wenig Kontakt zu Jacky am Trenngitter sucht, sehr oft aufgeplustert in den entferntesten Ecken saß, sowie das extrem rabiate zernagen der Einrichtung. Auch die Waage zeigte immer ein Normales Gewicht an. Nach ca. 1 Woche einleben sah ich mir mal seine Beisserchen vorne an und stellte Schwarze Flecken an den unteren Schneidezähnen, sowie auch einen V-Förmigen wuchs fest. Beim heutigen Besuch in der Praxis wurde mir mein verdacht bzgl. Zahnproblemen bestätigt. Behandlung folgt in den nächsten Tagen. Auch verlor er in den letzten beiden Tagen auch ca. 8 gramm an Gewicht und von der Praxis bekam ich etwas Päppelbrei mit, welches er jetzt ergänzend erhält zur Gewöhnung. Lief auch erstaunlich Super.

Nun zu meiner eigentlichen Frage, und Entschuldigung bitte wegen der langen Vorgeschichte. Hat schon mal jemand einen Zahnpatienten Vergesellschaftet und wie seid ihr da vorgegangen. Das Infoblatt ist mir bestens Vertraut, allerdings gibt es darin keine Tipps zur Vergesellschaftung mit Zahnpatienten.

Gruß
Viktor
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Game
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Re: Vergesellschaftung mit Zahnpatient

Hallo Viktor,

ja, ich habe schon eine ganze Menge Zahnpatienten vergesellschaftet. Ich bin stets so vorgegangen, wie es im Infoblatt empfohlen wird. Allerdings habe ich nach akuten Zahnbehandlungen nicht gleich Seitentausch gemacht, sondern immer gewartet, bis sich der Zahnpatient von der Behandlung erholt hatte.
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Liebe Grüße
Gabi
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DaLo
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Re: Vergesellschaftung mit Zahnpatient

Hallo Viktor,

leider sind Zahnprobleme bei Degus mittlerweile eher Standard. Der hirnlosen Farbvermehrung sei Dank.
Vergesellschaftungen verlaufen nicht anders als von zahngesunden Degus. Wie Game schon schrieb, lässt man einem Degu, der eine umfassende Zahnkorrektur hatte, sicher erst mal wieder ein paar Tage länger für die Erholung und ändert in dieser Zeit nichts. Das hat aber weniger etwas mit der Zahnproblematik im Speziellen, sondern allgemein mit der OP (Stress, Narkose, evtl. Schmerzen) zu tun.

Allerdings sind die acht Gramm Gewichtsverlust, von denen Du schreibst - ebenso wie die schwarzen Flecken und die leichte V-Stellung - per se noch nicht schlimm. Entscheidend ist, wie stark die Backenzahnprobleme tatsächlich sind.

Gedrückte Daumen für den Patient und für die Vergesellschaftung.

LG Dagmar
Viktor.K
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Re: Vergesellschaftung mit Zahnpatient

Danke euch beiden für die aufmunternden Worte, die ihr geschrieben habt. Dies gibt mir gut Hoffnung für die nächste Zeit, auch wenn sich die Gewünschte Zusammenführung von Toni und Jacky deutlich nach hinten verschiebt.
Da die Tierärztin eine Umfassendere Untersuchung für nächsten Donnerstag angedacht hat, wird es auch da erst eine Untersuchung der Backenzähne geben. Vorsorglich haben wir abgesprochen Toni schon mal an den Päppelbrei zu gewöhnen, da ein häufigerer Einsatz sehr wahrscheinlich ist. Gerne halte ich euch hier auf dem laufenden, wie der Stand der Behandlung und Vergesellschaftung ist, und würde mich über euer Feedback freuen.
Viktor.K
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Re: Vergesellschaftung mit Zahnpatient

Hallo an alle,

heute fand die große "Inspektion" bei Tonis Gebiss statt. Hierbei zeigte sich ein erschreckendes Bild ab (schlimmer als Vermutet). Festgestellt wurde Retrogardes Zahnwachstum, allerdings bereits so weit fortgeschritten, dass sämtliche Backenzähne nur noch krumm und schief, sowie aus dem Kiefer herauswuchsen. Lt. Klinik wäre alle 4 Wochen eine Behandlung erforderlich. Daher entschieden wir gemeinsam Toni über die Brücke zu all seinen früheren Degu-Freunden gehen zu lassen und für Jacky einen neuen Kuschelpartner zu suchen.
Viktor.K
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Re: Vergesellschaftung mit Zahnpatient

Hallo an alle,

Ich greif den Thread hier einfach mal wieder auf, da nun auch Jacky sich als Zahnpatient entpuppt hat. *aaahhh*
Allerdings mal eine kurze Vorgeschichte.
Kurze Zeit nach Tonis gang über die Brücke, habe ich neue Gesellschaft für Jacky gefunden. Der neue Nachbar und hoffentlich bald Kuschelpartner heißt Diabolo und ist ca. 2,75 Jahre alt.

Nur leider begann Jacky, vor ca. 2,5 - 3 Wochen, regelmäßig zu Nießen, sich daraufhin das Näschen zu putzen und sich zurückzuziehen.
Sein Brettchen, welches er sonst immer eifrig benagt hat lässt er in ruhe. Sandbad, nee keine Lust. Laufrad wird auch immer weniger, ein paar runden werden zwar gedreht, hält sich alles aber in grenzen.

Da die Nießanfälle zumeist beim Verteilen des Futters auftraten machte ich mir anfangs noch nicht allzu viele Gedanken, sondern erst als diese in anderen Bereichen auftraten. Gefüttert wird aktuell nur am Trenngitter. Daher wieder einen Termin beim TA ausgemacht, Röntgen der Zähne und siehe da, Jacky hat ebenfalls leichte Schwierigkeiten mit seinen Zähnen. An den vorderen Backenzähnen ein paar leichte Spitzen, im Hinteren Bereich beginn eines Retrogarden Wachstums sowie ein lockerer Backenzahn hinten rechts an der Pulpa, welcher nicht gezogen werden kann. Nun geben wir die die nächsten Tage wieder einmal Antibiotika und Metacam.

Mehr Gedanken mache ich mir allerdings tendenziell dahingehend, dass seine Teilnahmslosigkeit zunimmt und ich so langsam das Gefühl habe dass er nicht mehr möchte, da er nun seit der Vertreibung im Januar alleine ist und nun erneut regelmäßig Medikamentengabe nötig ist.

Sandbäder werden aktuell täglich gewechselt (werd ich aber mal für 2-3 Tage aussetzen) , und die Seiten sind ebenfalls bereits 2x im Abstand von einer Woche getauscht worden. Allerdings sorgte der letzte Seitentausch bei Diabolo für ein mehrstündiges Gitterkonzert, in der auch insbesondere das TG stark einbezogen wurde. auch hört man immer wieder ein leichtes Zähneklappern auf beiden Seiten (hier muss man aber schon sehr genau hinhören).

Daher stelle ich mir zurzeit die Frage wie es weitergehen soll und würde mich über eure Meinung freuen.

Gruß
Viktor
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Game
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Re: Vergesellschaftung mit Zahnpatient

Hallo,

wiegst du deine Degus regelmäßig? Falls nein, empfehle ich dir das sehr. Lege eine Gewichtstabelle an, daran kannst du am besten erkennen, wie sich das Ganze entwickelt.

Gib Jacky mal Päppelbrei, damit er wieder zu Kräften kommt. Wenn er einen Wackelzahn hat, der nicht gezogen werden kann, hat er auch Schwierigkeiten mit der Nahrungsaufnahme, bzw. dem Kauen. Schau mal hier https://deguhilfe-sued.de/info/infomate ... uetterung/
Ich persönlich habe meine Zahnpatienten immer wieder bei akuten Problemen mit Brei zugefüttert, damit sie nicht so schnell an Substanz und Energie verloren haben. Du musst halt gucken, was Jacky gerne mag.

Ansonsten würde ich die Vergesellschaftung weiterhin verfolgen u.U. nur etwas langsamer. Evtl. alle zwei Wochen die Seiten wechseln, damit es für Jacky nicht zu stressig wird.

Alles Gute dem Patienten.
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Liebe Grüße
Gabi
Viktor.K
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Re: Vergesellschaftung mit Zahnpatient

Danke für deine Meinung Gabi.

Gewicht von den Jungs wird regelmäßig gewogen hält sich recht konstant. Jacky liegt hier bei zarten 220 g und Diabolo bei ca. 240 g

Danke für den Tipp. An das Brei zufüttern hab ich gerade noch nicht gedacht, werde ich direkt umsetzten, und bis zur nächsten Kontrolle sind es voraussichtlich noch 8-12 Wochen.

Den nächsten Seitentausch hatte ich ebenfalls gedacht, erst nach absetzten der Medis durchzuführen und beim Sandbad mal ca. 3 Tage abzuwarten.


Liebe Grüße
Viktor.K
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Re: Vergesellschaftung mit Zahnpatient

Mal ein kurzes Update,

nachdem Jacky sich nun zwischenzeitlich recht gut von der Zahnbehandlung erholt hat und die Medikamentengabe mittlerweile echt gut funktioniert, wurde nach 3 Tagen wieder mit dem Sandbadwechsel begonnen. Gestern wurde dann, ein klein wenig früher als geplant, wieder mit dem Seitentausch gestartet. Hierbei gab es auf beiden Seiten keinerlei Aufregung. Nächster Tausch wäre dann Donnerstag.

Allerdings kletterte Diabolo dann ohne Hilfe wieder auf seine zuvor bewohnte Käfigseite und startete von sich aus die Zusammenführung. Anfangs wollte ich die Jungs wieder trennen, doch dann ging das Gegenseitige Fellputzen los und ich dachte mir, ok wird wohl eine Nachtschicht werden :sweat_smile: . Nach ca. 30 Minuten begannen dann die ersten stillen Kämpfe (ohne fliegende Degus) zu starten mitsamt aufreitversuchen. Nach weiteren 30 Minuten sah mir Jacky dann doch schon langsam recht erschöpft aus, sodass ich vorsorglich abgebrochen habe.

p.s. Medis dürfen wir morgen absetzen und die nächste Kontrolle steht dann für Juni/Juli an. Bis dahin sind die beiden hoffentlich ein Team.

Gruß
Viktor
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Re: Vergesellschaftung mit Zahnpatient

Gib bitte acht, dass das nicht nochmal passiert. Je öfter eine Zusammenführung mit anschließender Trennung erfolgt umso geringer sind die Chancen auf eine erfolgreiche Vergesellschaftung. ;)

Übrigens ist es meistens so, dass nach ca. 30 Minuten "Freundlichkeiten" dann der Rang geklärt werden muss ;) .

Ansonsten mach jetzt einfach noch eine Weile mit dem Seitentausch so weiter.
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Gabi
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