Vergesellschaftung mit Hürden

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Lena1994
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Vergesellschaftung mit Hürden

Hallo ihr lieben Degueltern,

ich wende mich heute an euch, weil ich gerne wissen würde, ob folgendes Verhalten während einer VG noch so normal ist.
Aber mal ganz von vorne:

Nachdem unsere Rainbow (8 Jahre) Ende Mai diesen Jahres leider auch ihre letzte Schwester über die Regenbogenbrücke verabschieden musste, haben wir natürlich zeitnah nach einer neuen Partnerin für sie gesucht. Diese haben wir (so dachten wir zumindest) im Juni / Juli gefunden und haben eine süße Deguomi mit 7 Jahren bei uns aufgenommen. Die beiden haben sich am Trenngitter absolut friedlich verhalten, sodass wir dieses nach einer Woche entfernt haben. Auch danach gab es nur friedliches Verhalten und es wurde viel gekuschelt. Super, so dachten wir, jetzt können die beiden noch einen schönen Lebensabend verbringen. Sie waren ein Herz und eine Seele.
Leider haben wir bei der Ankunft der Deguomi schon festgestellt, dass sie nicht in der besten Verfassung war und unter anderem an einem Tumor am Unterkiefer litt, der ihr aber angeblich keine Probleme machen sollte. Da uns auffiel, dass die süße Omi sehr schlecht fraß haben wir eine Zahnsanierung machen lassen und es wurde ein Backenzahn geschliffen. Von da an ging es aber leider bergab und wir mussten sie Ende Juli auch über die Regenbogenbrücke gehen lassen.

Nun war Rainbow also wieder alleine und wir haben sämtliche Plattformen (Quoka, Deguhilfe, Seniorengruppe in WhatsApp etc) nach einer neuen partnerin durchsucht. Das verlief enorm schleppend und führte auch leider nicht zum gewünschten Ergebnis.
Nach langem Überlegen haben wir uns daher dazu entschlossen, uns in umliegenden Tierheimen umzusehen, da hier auch einige Fellnasen auf ein neues zu Hause warten. Wir sind also nach Aschaffenburg gefahren und haben uns vor Ort die weiblichen Degus angeschaut.
Hier haben wir uns zunächst für ein süßes Weibchen (Nevada von uns getauft) entschieden. Nach kurzem Brainstorming haben wir uns aber kurzfristig dazu entschieden, auch eine zweite Dame aus der gleichen Gruppe (von uns Nebraska getauft) mitzunehmen, damit, wenn während der VG etwas mit Rainbow passiert, die beiden wenigstens sich haben. Das Alter der beiden ist leider nicht bekannt, da sie aus einem beginnenden Animal Hording kamen (ein wenig bereue ich es, mich darauf eingelassen zu haben, aber ich wollte für die beiden ein neues zu Hause bieten).

Die ersten Tage lief es auch wirklich gut und die drei sind sich recht neutral begegnet bzw haben hin und wieder auch am Gitter gemeinsam gefressen oder auf dem Snuggle gekuschelt.
Allerdings ist uns schon hier aufgefallen, dass die beiden neuen Mädels sich hin und wieder streiten (Boxen und für wenige Sekunden jagen). Da dachten wir uns noch nichts, denn die Rangordnung muss natürlich auch hier erstmal geklärt werden. Zudem haben sie danach wieder normal gekuschelt und sich gegenseitig geputzt.

Dann kam der Freitag. Ich ging nach der Arbeit zu den Fellis um die tägliche Leckerlirunde einzuläuten und bemerkte plötzlich an der Rückwand des Terras (Nagerpalast von Kleintiervilla) einen bräunlichen Streifen. Dieser wurde sogleich abgewischt und es stellte sich heraus, es war Blut.
Ich also die beiden Mädels eingefangen und untersucht. Endergebnis: Bei Nebraska deutliche Bisspuren an der Kehle und bei Nevada wurde der halbe Schwanz am Po abgerissen und einen Kratzer an der Nase. Also haben mein Mann und ich die beiden getrennt und sind mit Nevada direkt zum Tierarzt (bei Nebraska waren die Wunden Gott sei Dank nur oberflächlich).
Dort wurde der Schwanz unter Narkose genäht und wir gaben ihr eine Woche lang Antibiotikum und metacam.
An dieser Stelle möchte ich bitten nicht verurteilt zu werden vermutlich hätte es andere Lösungen gegeben, aber uns erschien es so am sinnvollsten.
Da wir also leider für Nevada und Nebraska keinen Platz hatten, um die beiden vernünftig zu vergesellschaften, haben wir uns entschlossen Nebraska schweren Herzens wieder abzugeben. Laut dem tierheim konnte sie aber wieder in ihre alte Gruppe zurück kehren.

So viel nun zur Vorgeschichte, nun aber die eigentliche frage (tut mir leid für den langen Text 😀).

Da Nevada durch die tägliche Meditation leider kaum bis gar nicht wirklich zur Ruhe kommt und auch diesen Freitag wieder ein Tierarzttermin mit ihr ansteht, wollte ich folgendes wissen, denn das macht sie schon seit sie bei uns ist:

Egal ob sie alleine am gitter sitzt oder ob Rainbow auf der anderen seite ist, sie nagt teilweise minutenlang am Gitter und hüpft sichtlich aufgeregt hin und her (anfangs war Schwanz peitschen mit dabei, das hat sich aber gelegt). Rainbow auf der anderen seite nagt ab und an mal mit, aber nur ein, zweimal und dann ist gut. Die meiste zeit interessiert sie es gar nicht was Nevada da macht.
Sollte unter diesen Umständen überhaupt seitentausch und Einrichtungstausch stattfinden oder sollte sich das erst beruhigen?
Nevada ist erst die dritte Woche bei uns und hat durch den Vorfall mit Nebraska viel durchgemacht. Geräusche am gitter, die von den beiden ausgehen, gibt es nicht.

Was meint ihr?
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DaLo
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Re: Vergesellschaftung mit Hürden

Lena1994 hat geschrieben: 27. Aug 2025, 10:01 Da Nevada durch die tägliche Meditation leider kaum bis gar nicht wirklich zur Ruhe kommt [...]
:lol: - das sollte eigentlich nicht der Fall sein... ;)
Lena1994 hat geschrieben: 27. Aug 2025, 10:01 Egal ob sie alleine am gitter sitzt oder ob Rainbow auf der anderen seite ist, sie nagt teilweise minutenlang am Gitter und hüpft sichtlich aufgeregt hin und her (anfangs war Schwanz peitschen mit dabei, das hat sich aber gelegt). Rainbow auf der anderen seite nagt ab und an mal mit, aber nur ein, zweimal und dann ist gut. Die meiste zeit interessiert sie es gar nicht was Nevada da macht.
Sollte unter diesen Umständen überhaupt seitentausch und Einrichtungstausch stattfinden oder sollte sich das erst beruhigen?
Nevada ist erst die dritte Woche bei uns und hat durch den Vorfall mit Nebraska viel durchgemacht. Geräusche am gitter, die von den beiden ausgehen, gibt es nicht.
Ich würde erst mal noch gar nichts ändern. Weder Gegenstände noch Seiten tauschen. Erst einmal sollte Nevada komplett genesen und dann ist tatsächlich erst einmal mehr Ruhe am Gitter notwendig. Allerdings ist reines Gitternagen kein Ausschlusskriterium für entsprechende VG-Aktionen. Lass sie mal mindestens noch 2-3 Wochen einfach am Trenngitter sitzen und ändere möglichst wenig und berichte regelmäßig, ob es Verhaltensänderungen gibt.

LG Dagmar
Lena1994
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Re: Vergesellschaftung mit Hürden

Ach du liebe Güte 🤣 jaa text vorher durchlesen lohnt sich halt doch 🤣. Ich meinte natürlich MEDIKATION.

Also wir waren heute nochmal zum Abschluss mit ihr beim Tierarzt. Der Schwanz sieht sehr gut aus, das Gewebe unter der Wunde ist auch intakt. Die verbliebenen Fäden wurden noch entfernt, da sie schon halb draußen hingen. Seit des Absetzen der MEDIKATION 🤣 hat die süße auch wieder an Gewicht zugelegt.
Am Gitter nagen tut sie leider immer noch, aber dann bleibt sie erstmal da wo sie jetzt ist, da hat sie genug platz für sich und mal gucken ob sich in 2-3 wochen was ändert.

Vielen Dank für deine Antwort 🙂
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Frank
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Re: Vergesellschaftung mit Hürden

Servus, Lena,

da hast Du ja einiges durchmachen müssen. Da ist wohl manches schiefgegangen. Es wäre wohl besser gewesen, Ihr hättet Nevada und Nebraska erst einmal Zeit gelassen, ihre Rangfolge untereinander zu klären, bevor sie Kontakt zu Rainbow bekamen. Dagegen spricht allerdings das Alter von Rainbow, bei ihr läuft die Zeit davon. Nun ist es aber erst einmal so, wie es ist.

Ich würde Nevada doch noch einiges an Zeit geben, damit sie zur Ruhe kommt. Heißt, lasst beide am TG und wartet noch mit Seitentausch. Wenn Ruhe einkehren sollte, fangt vielleicht besser mit Sandbad- und Streutausch an. Erst, wenn das ruhig abläuft, könnt Ihr die Seiten wechseln.

Wenn Ihr mit Nevada zum Tierarzt geht, lasst ihn bitte auch ihr ungefähres Alter abschätzen. Es kann natürlich auch sein, dass zwischen Nevada und Rainbow eine Phobie besteht, beispielsweise, weil beide auf den Posten der Chefin bestehen. Eigentlich ist das bei älteren Tieren eher selten. Oder Nevada ist vielleicht noch viel zu jung und mag sich einfach auf eine so alte Omi nicht einlassen. Wenn in den nächsten 2-3 Wochen die beiden nicht zueinander finden - heißt, Ruhe am TG einkehrt, oder wenn der Altersunterschied zu krass ist, solltet Ihr vielleicht einen Plan B bedenken. Doch dazu erst, wenn es soweit ist. Und bis dahin sind alle Daumen gedrückt.

Ciao, Frank

P.S.: Hab parallel zu Dagmar und zu Deiner Antwort an sie geschrieben.
Derzeit bei uns und hoffentlich glücklich: Ronja und Porthos
:regenbogen: Aramis (14.11.2023), Jerry (20.12.2023), Athos (08.09.2024), Hamster Luici (23.10.2024), Valentina (25.02.2025)
Lena1994
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Re: Vergesellschaftung mit Hürden

Hi Frank,

danke auch für deine Antwort. Ja, da ist wohl leider wirklich einiges schiefgelaufen. Da die beiden zusammen in einer Gruppe waren, sind wir davon ausgegangen, dass die beiden sich auch verstehen. Wir hätten sie auch gerne weiter ihren Rang ausmachen lassen, wenn das mit dem Biss oder kratzen in Richtung Kehle nicht gewesen wäre. Das war uns einfach zu unsicher und eine VG zwischen Nevada und Nebraska, dafür hatten wir leider keinen Platz.

Wichtig zu erwähnen sei noch, dass Nevada nicht 24/7 am gitter sitzt und nagt. Zwischenzeitlich liegen beide auf ihren Snuggles und sind am schlafen (hier aber auch wieder mit einigem Abstand). Unsere Tierärztin tut sich leider schwer mit der Altersbestimmung von Nevada. Ich kann aber auch hier nochmal explizit nachfragen.

Es ist gut möglich, dass Nevada vielleicht auch zu jung für Rainbow ist und ich mich verschätzt habe was den äußeren Aspekt angeht (leicht fleckige und löchrige Ohren, etwas struppiges und teilweise graues Fell).

Wir haben uns natürlich auch mit dem Gedanken beschäftigt für Nevada eine Alternative zu finden, sollte es die nächsten Wochen nicht klappen.

Wir lassen sie jetzt erst mal zur Ruhe kommen und schauen mal ob sich was verändert.
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Mandarine
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Re: Vergesellschaftung mit Hürden

Da die beiden zusammen in einer Gruppe waren, sind wir davon ausgegangen, dass die beiden sich auch verstehen.
Alleine schon durch den Umzug in ein neues Zuhause kann es zu Unstimmigkeiten kommen. Die beiden wurden aber auch noch vom Rest ihrer Gruppe getrennt, so dass die zwei sich miteinander neu arrangieren müssen. Da kann schon mal ein Rang in Frage gestellt werden.
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Viele Grüße
Mandarine

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