Hallo Cindy,
mach Dir deswegen nicht zu viele Vorwürfe. Bei flegelnden Degus kann alles Mögliche zum Zankapfel werden.
Bei uns ist es übrigens auch immer noch nicht lustig.
Nach dem Tod von Mio ist Jane eingezogen, diesmal von einer liebevollen und verantwortungsvollen Vorbesitzerin und ungefähr 7 Jahre alt. 20 Minuten nach dem Einzug eine verstärkte Atmung bemerkt, also Jane direkt mit zum TA geschleppt, denn Pünktchen hat dort ja eh ein Abo. Atemgeräusche in der Lunge, daher AB über mehrere Tage. Nächster TA-Besuch. Immer noch Atemgeräusche. Festhalten ist für sie soviel Stress, dass wir uns gegen Röntgen entscheiden, Narkose wollen weder die TA noch ich riskieren. Weiter AB, dann wieder TA, Lunge klingt besser, Atmung sieht von außen schlechter aus. Also doch Termin zum Röntgen gemacht, da Jane nach der Untersuchung so fertig ist, dass weiterer Stress für den Moment zu gefährlich erscheint. Dazu kommt es dann nicht mehr, weil Jane nach einem Abend mit fleissigem Laufrad-Sport morgens tot im Käfig liegt, vier Wochen nach Einzug

. Das ist dann doch zuviel für mich. Also total verschlafen beim Pathologen angerufen, und Jane dort vorbei gebracht zwecks Obduktion inklusive Mikrobiologie und Test auf Mykoplasmen. Fazit: Chronische Lungenentzündung mit Abzessbildung, beginnendes Lungenkarzinom, Herzprobleme und ein potentiell pathogener Coli-Keim. Super! Ausserdem gelernt: Eine Obduktion ist echt teuer!
Also Käfig komplett desinfiziert und mit dem Heißluft-Gebläse bearbeitet, Einrichtung im Ofen durcherhitzt bzw. entsorgt. Unterdessen schafft es eine der vier Rennmäuse, sich die Hornhaut im Auge zu zerkratzen (hurra, denn es besteht immerhin keine Lebensgefahr!). Tierarzt, Rennmäuse auf der oberen Ebene absperren, da sie sich sonst niemals einfangen lassen, dreimal täglich Tropfen ins Auge.
Neue Degus gefunden, gründlich abgefragt, ob sie gesund sind, weil mittlerweile ein kleines Bisschen tierarztmuede. Termin für die Abholung gemacht. Am fraglichen Tag (gestern) sitzt eine andere Rennmaus morgens mit Schlaganfall im Gehege. Anruf auf der Arbeit, komme später, und ab in die Tierklinik. Fridolin bekommt 2 x täglich Medikamente, muss zwischendurch außerdem zum Fressen überredet werden. Zwecks besserer Beobachtung auf der schnell neu eingerichteten oberen Ebene abgesperrt.
Bin inzwischen dem Wahnsinn nahe. Dennoch Abends losgefahren, um die vom TA für gesund befundenen 5-jährigen Mädels abzuholen, damit Madita bloß nicht demnächst alleine dasitzt (Pünktchen bekommt seit Wochen übrigens 2-3x täglich Brei aus der Spritze und Extra-Nuesse auf meiner Schulter, da sie wegen der Hormone kaum Zeit zum Fressen hat). Es stellt sich heraus, dass beide neuen Mädels fast verhungert waren, als sie vor einem Monat von den Vorbesitzerinnen bei Bekannten aus einem winzigen total verdreckten Kaefig quasi konfisziert wurden. Inzwischen hätten die Mädels schon ziemlich zugenommen erzählen sie mir, trotzdem ist der aktuelle Zustand klapperdürr, beide haben vermutlich schwere Arthrosen und Zahnprobleme, das Fell sieht bescheiden aus. Der TA, der den armen verhutzelten Gestalten beste Gesundheit attestierte, hatte mit den beiden leider seine allerersten Degus gesehen, die Diagnose lässt sich daher möglicherweise anzweifeln. Die beiden Retterinnen sind zwar sehr bemüht, haben aber von Degus keine Ahnung, darum die beiden natürlich trotzdem mitgenommen. Zuhause direkt gewogen, 163 und 171 Gramm, in der Hand nur Haut und Knochen. Wieviel sie vor einem Monat gewogen haben ist nicht bekannt, anscheinend wurden sie auch beim TA nicht gewogen. Heute dann bei meiner TA-Praxis angerufen und Pünktchens Termin am Freitag um zwei weitere Patienten erweitert. Da beide fleißig fressen, können sie sich so wenigstens kurz einleben und ich kann direkt eine Kotprobe mitnehmen. Mein Kontostand freut sich, meine Nerven auch, zwei weitere Sorgenkinder, irgendwie habe ich anscheinend ein spezielles Talent. Es ist vermutlich ganz gut, dass ich die Vor-Vorbesitzer der beiden nicht kennengelernt habe...
Morgen darf zwischendurch Fridolin, die Schlaganfall-Rennmaus, noch schnell zum Nachspritzen in die Tierklinik.
Angesichts der gesundheitlichen Pechsträhne habe ich mir ernsthaft Gedanken über meine Haltung und Fütterung gemacht, aber es gibt bei all den Erkrankungen irgendwie auch keinen gemeinsamen Nenner, also ist es vielleicht doch nur ein dummer Zufall.
Sorry für den Roman, aber der Frust musste mal irgendwohin...
Wem die Zeit für gesunde Degus fehlt, muss wirklich sehr viel um die Ohren haben...