Seite 2 von 2

Re: Erfahrungen mit Obduktion?

Verfasst: 16. Jun 2021, 21:45
von Firelady
Hallo,

es gibt ein Update von Toby. Weil mir seit gestern eitriger Schmodder an seinem linken Öhrchen aufgefallen war, hat Thomas ihn heute nochmal zur TÄ gebracht. Der zufolge war er richtig schlecht zurecht, dehydriert und insgesamt doof. Wir haben auf Risiko beschlossen, ihn in Gasnarkose zu röntgen um zu schauen, woher der Eiter kommt. Die TÄ machte mir keine großen Hoffnungen, dass er die Narkose überlebt, willigte jedoch ein, ihm erst ein Flüssigkeitsdepot zu spritzen und es dann zu versuchen.

Die Untersuchung hat er prima weggesteckt, war gerade beim Abholen ganz munter und wuselte durch die Box.

Das linke Innenohr ist dick vereitert. Zähne und so sind Spitze. Da er ja schon seit drei Wochen oder so Antibiotika bekommt, habe ich einem Antibiogramm zugestimmt, um herauszufinden, was für Keime die Entzündung machen und gezielt behandeln zu können. Fürs erste bleibt die Medikation, wie sie ist, weil es ihm darunter soweit gut geht. Er futtert, er hält den Kopf kaum noch schräg, aber man merkt halt, dass ihn was stört. Er zuckt noch viel mit dem Kopf und sein Gleichgewicht ist auch nicht top, aber wenn das ganze Innenohr dick vereitert ist, kein Wunder. Die TÄ konnte in der Narkose vom „Eitersee“ (wörtlich) eine gute Probe entnehmen fürs Labor. Wenn die Ergebnisse da sind, schauen wir weiter.

Oh Mann! Roman! 🙈

Re: Erfahrungen mit Obduktion?

Verfasst: 17. Jun 2021, 08:55
von Octodon
Ohje, was für eine Achterbahn! Gut, dass der kleine Kämpfer auch das gut weggesteckt hat. Ab jetzt bitte nur noch linear in die Genesung! ;)

Ich frage mich aber, ob es wirklich eine INNENohrentzündung ist, denn wäre dem so, würde es Toby vermutlich nicht mehr besser gehen, vor allem nicht so schnell. Ich vermute daher eher das MITTELohr, das wesentlich häufiger mal zu entzündlichen Prozessen neigt. Der Vorteil ist, dass solche Prozesse nach Eiterabfluss rasch ihre Symptome bessern, andererseits kommt es aber gern zu Redzidiven :( So richtig vorbeugen kann man da auch nicht, außer, das Antibiotikum wirklich lange genug geben und solche Faktoren wie trockene oder Zugluft vermeiden.

Das mit dem Antibiogramm ist so naja.... normalerweise macht man sowas, bevor man mit der Antibiose beginnt. Ich weiß, dass das in diesem Fall anders war und der Eiter erst später dazukam (vermutlich hat das AB die Eiterbildung unterstützt) und man so vorher nicht gucken konnte. Jedoch kann sich das Bild unter bereits begonnenener Antibiose insofern verfälschen als dass der Eiter möglicherweise zum Zeitpunkt der Probenentnahme schon steril ist, dh. kein Erregernachweis mehr erbracht werden kann. Damit hat man zwar die Bestätigung, dass das AB wirkt, weiß aber nicht, mit welchem Erregerstamm man es zu tun hatte (für spätere/weiterführende Diagnostik). Insofern ist das immer ein bißchen mit ? zu bewerten hinsichtlich des Nutzens, nicht zuletzt deshalb, weil das ja auch ein paar Taler kostet.

Andererseits ist es aber so, dass ihr so ziemlich den ersten Schwung Eiter abgefangen habt, der vermutlich noch Erreger enthielt. Hat sich die TÄ denn dahingehend geäußert?

Re: Erfahrungen mit Obduktion?

Verfasst: 17. Jun 2021, 09:51
von Firelady
Octodon hat geschrieben: 17. Jun 2021, 08:55 Ich frage mich aber, ob es wirklich eine INNENohrentzündung ist, denn wäre dem so, würde es Toby vermutlich nicht mehr besser gehen, vor allem nicht so schnell. Ich vermute daher eher das MITTELohr, das wesentlich häufiger mal zu entzündlichen Prozessen neigt.
Sie sagte deutlich, dass das Innenohr betroffen ist und dass man auf der Röntgenaufnahme sieht, dass es „stark verdichtet“ ist.
Octodon hat geschrieben: 17. Jun 2021, 08:55 Das mit dem Antibiogramm ist so naja.... normalerweise macht man sowas, bevor man mit der Antibiose beginnt.
Stimmt, aber zu Beginn der Behandlung stellte sich das klinische Bild ja anders dar. Bei der ersten Untersuchung der Ohren waren diese zwar dreckig, aber weitgehend unauffällig.
Octodon hat geschrieben: 17. Jun 2021, 08:55 Andererseits ist es aber so, dass ihr so ziemlich den ersten Schwung Eiter abgefangen habt, der vermutlich noch Erreger enthielt. Hat sich die TÄ denn dahingehend geäußert?
Sie sagte, sie hätte in der Narkose die Möglichkeit gehabt, eine „ordentliche Tupferprobe“ zu entnehmen. Das sei ohne Narkose gar nicht möglich gewesen.
Die Probe wurde eingeschickt mit dem Vermerk, dass der Degu seit Wochen mit Enrofloxacin behandelt wird.
Sie wollen mich jetzt anrufen, wenn das Laborergebnis da ist, damit wir weitersehen. Natürlich hoffen wir, dass wir erfahren, welches Antibiotikum helfen kann.

Re: Erfahrungen mit Obduktion?

Verfasst: 17. Jun 2021, 16:29
von Octodon
Firelady hat geschrieben: 17. Jun 2021, 09:51
Octodon hat geschrieben: 17. Jun 2021, 08:55 Das mit dem Antibiogramm ist so naja.... normalerweise macht man sowas, bevor man mit der Antibiose beginnt.
Stimmt, aber zu Beginn der Behandlung stellte sich das klinische Bild ja anders dar. Bei der ersten Untersuchung der Ohren waren diese zwar dreckig, aber weitgehend unauffällig.
Habe ich vernommen. Deshalb habe ich ja auch das hier hinterhergeschickt:
Ich weiß, dass das in diesem Fall anders war und der Eiter erst später dazukam (vermutlich hat das AB die Eiterbildung unterstützt) und man so vorher nicht gucken konnte.
(Auch) eine Mittelohrentzündung geht i.d.R. mit einer sich verdichtet darstellenden bulla tympanica einher.


Aber ist egal, die Hauptsache ist, dass es Toby besser geht.