Ein positiver Aspekt der Situation:
Er beißt nicht dran rum – es scheint ihn also zumindest nicht stark zu jucken oder zu schmerzen - es könnte sogar darauf hindeuten, dass er da schon auch noch ein bisschen was fühlt.
Wie sieht es denn da unten aus: Bleibt der Penis in der Vorhaut oder ist er dauerhaft etwas vorgefallen? Wie ist die Farbe?
Ich habe solche Teillähmungen nach bakteriellen Infektionen bei Degus aus einer Beschlagnahmung vor gut zwei Jahren kennengelernt.
Bei dem Tier mit dem dauerhaft halb heraushängenden guten Stück, das bei mir lebt, wird aber noch geputzt. Erigiert habe ich ihn allerdings nie gesehen. Ihm geht es prima damit und so behalte ich es im Auge, bastele aber mit dem Segen meiner TÄ schon lange nicht mehr dran rum.
Bei zwei anderen aus dieser Gruppe, die mit (und u. a. wegen) Penisvorfall hier ankamen, hat sich das nach Ankunft sehr schnell zurückgebildet und kommt nur noch bei Stress wie Untersuchen/Einfangen zurück: Penis hängt raus und ist nach paar Stunden wieder drin. Bei einem Krankheitsschub leider auch schon. Ein Schwachpunkt/eine Restschwäche.
Aus dieser Beschlagnahmung waren auch einige wenige Degus mit ganz weißem, wie abgestorben-hängenden-kleinen Penis dabei. So etwas hatte ich noch nie gesehen

. Leider wurden sie auf Rat der betreuenden Klinik direkt eingeschläfert – das tut mir heute noch leid, da ich rückblickend bezweifle, ob das richtig war.
Dadurch kann ich leider nur mit verwandten Fällen dienen. Einen genau gleichen, bei dem der Penis gar nicht mehr geputzt wurde und wie da mit der Pflege verfahren wurde, kenne ich nicht.
Da sich auch sonst keiner bisher gemeldet hat, also der Bericht und ich versuche hier mit Dir das ganze etwas anzudenken – vielleicht unterstützt Dich das beim eigenen Vorantasten:
Durch die Entzündung hat das Degulein in dem Bereich wohl nervenbedingte Ausfälle beim Bewegen und anscheinend auch beim Fühlen/Wahrnehmen.
Die gute Nachricht – abgeleitet von Krankheitsverläufen beim Menschen wie auch bei Meerschweinchen/Chinchillas: Wenn hier ein Nerv nicht völlig durchtrennt oder durch Narbengewebe dauerhaft eingeengt ist, besteht durchaus noch die Chance, dass sich das in den nächsten Monaten noch etwas verbessert.
Die Behandlungsmöglichkeiten sind beim Degu natürlich begrenzter als beim Menschen, aber ich würde meine
TÄ fragen,
ob sie vorübergehend B12 bzw. einen passend dosierten B-Komplex zur Unterstützung der Nerven sinnvoll findet,
ob sie Erfahrung mit Physiotherapie oder gar sehr niedrig dosierter Elektro-/Nervenstimulation hat (vermutlich nicht – aber den Gedanken kann man ja mal anstupsen).
Und eine regelmäßige Pflege würde mir dadurch doppelt sinnvoll erscheinen: Kontrolle, Säuberung, alles wieder behutsam reinverlagern und dabei immer wieder ganz behutsam schauen, ob sich bei Beweglichkeit oder Wahrnehmung etwas verändert.
Denn ja, wenn er so gar nicht putzt (allerdings: Seid ihr sicher? Man bekommt ja doch vieles nicht mit), würde ich mir eine regelmäßige
Pflegeroutine in den Kalender eintragen. Auch wenn es beiden Beteiligten keinen Spaß macht. Aber sonst besteht schon die Möglichkeit, dass sich da von eigenen Körperabsonderungen bis hin zu Haaren einiges ansammelt, und dann hat man die gefürchteten Entzündungen/Haarringe etc da unten.
Vielleicht reicht 1× die Woche – und an all den anderen Abenden schaut man diesem Kerlchen da unten beim Leckerligeben einfach besonders aufmerksam an.