Seite 1 von 1

Gewichtsabnahme - schon wieder Zahnprobleme?

Verfasst: 30. Jan 2019, 10:15
von Zwiebel
Liebe Forumsmitglieder,

nachdem letztes Jahr unser Cookie gestorben ist, nachdem er immer weiter abgenommen hat und auch Zahnprobleme hatte, hat es jetzt wohl unseren Müsli erwischt. :(

Vor zwei Wochen war ich mit ihm bereits beim TA. Er hatte stärkeren Speichelfluss, Gewichtsabnahme nur leicht, hätte auch im Rahmen normaler Schwankungen sein können. Beim TA wurden dann Backenzähne gekürzt. Die waren laut TA nur leicht länger und spitz.

Mittlerweile ist er von ca 250 g -255 g auf weniger als 220 g runter. Speichelfluss ist noch vorhanden, wenn auch sehr leicht. Ich sehe Müsli fressen, kann nicht sagen, dass er viel langsamer frisst. Evtl. selektiert er aber.

Wir geben ihm ab und zu Päppelbrei, damit er nicht weiter abnimmt. Was könnte noch der Grund für eine Abnahme sein? Ich werde mit ihm definitiv nochmal zum TA, möchte aber evtl selbst auch informiert sein. Leider ist Müsli kein geduldiger Patient und wehrt sich immer mit Leibeskräften. Wenn das nächste mal ins Mäulchen geschaut wird, um zu korrigieren, wird er wahrscheinlich in Narkose gelegt. (Meinte zumindest der Arzt)

Nachdem Cookie so elendig gestorben ist, möchte ich dieses Schicksal Müsli ersparen. Ich vermute, beide waren Brüder, aber wir wissen es nicht genau.

Re: Gewichtsabnahme - schon wieder Zahnprobleme?

Verfasst: 30. Jan 2019, 10:52
von DaLo
Hallo Zwiebel,

ich würde auf jeden Fall ein Röntgenbild anfertigen lassen, um das Wurzelwachstum und evtl. Entzündungen zu überprüfen.

LG Dagmar

Re: Gewichtsabnahme - schon wieder Zahnprobleme?

Verfasst: 30. Jan 2019, 12:10
von Octodon
Für gewöhnlich sind einmal erworbene Zahnfehlstellungen eine chronische Geschichte, das heißt, regelmäßige Zahnbehandlungen werden nötig, der Abstand dieser Behandlungen ist individuell, mal 4 Wochen, mal 12 Wochen und länger. Normalerweise kommt es nach den Behandlungen abe zu einer deutlichen Verbesserung des Gewichts und des Fressverhaltens. Wenn auch nur vorübergehend, aber dennoch.... Deinem Bericht entnehme ich jedoch, dass sich der Zustand des Degus nach der ersten Zahnbehandlung gar nicht erst verbessert hat.

Mögliche Ursachen sind dafür eine unzureichende Zahnkorrektur. Hierfür spricht, dass das Tier nicht sediert war und die Probleme zumeist ganz hinten an den Molaren sitzen, die der TA wirklich in Ruhe anschauen und korrigieren muß, was bei einem zappelnden Tier jedoch schwer möglich ist. So kann schnell etwas übersehen werden. Und/oder eine Entzündung, wie DaLo auch schon anmerkte. Auch arthrotische Veränderungen am Kiefergelenk können mit hineinspielen (sind bei älteren Tieren sogar höchstwahrscheinlich). Arthrose ist schmerzhaft und verläuft in Schüben, ist häufig wetterabhängig und bedarf einer intensiven Beobachtung des Tieres, wenn man nicht prophylaktisch dauerhaft Schmerzmittel geben will, sondern nur gezielt während der Schübe.

Ein entzündlicher Prozess äußert sich normalerweise auch geruchstechnisch, d.h. wenn das Tier aus dem Maul anders riecht als sonst, ist eine Entzündung wahrscheinlich. Ich würde das Tier nochmal vorstellen und eine Zeitland Antibiose verabreichen (mein Favorit hier nach wie vor Chloramphenicol, auch wenn es mittlerweile schwer bis, glaub ich, gar nicht mehr zu kriegen ist).

Ob ich den Degu röntgen lassen würde, weiß ich ehrlichgesagt nicht, denn es ist zwar interessant zu wissen, was da jetzt los ist, aber wirklich hilfreich ist es auch nicht. Eine Entzündung spricht so oder so auf Antibiose an, und eine Arthrose kann man nur palliativ (alternativmedizinisch oder Schmerzmitteltherapie) etwas tun. Gleichwohl verhält es sich mit dem Wurzelwachstum. Sollte das Tier zur Nachbesserung der Zähne sediert werden und ich hätte noch genügend Kleingeld im Säckel, würde ich vielleicht röntgen lassen. Nur dafür aber in Narkose zu legen, halte ich für ungünstig.

Mit der Entscheidung würde ich nicht mehr allzulange warten denn mit sinkendem Gewicht erhöht erhöht sich das Narkoserisiko.

Und noch etwas: Zahnkorrekturen bitte IMMER unter Narkose durchführen lassen. Die Zahl der Degus, die eine solche Prozedur ohne Narkose über sich ergehen lassen, dürfte im Promillebereich liegen....

Re: Gewichtsabnahme - schon wieder Zahnprobleme?

Verfasst: 1. Feb 2019, 13:24
von Zwiebel
Vielen Dank für eure Tipps und Erfahrungen.

Ich war heute beim Tierarzt. Die Zähne wurden wieder etwas gekürzt, aber er konnte keine Schiefstellungen erkennen. Auch Entzündungen anscheinend nicht, obwohl ich nicht beurteilen kann, wie gut man die äußerlich erkennt. Er hat Müsli auch abgetastet, nach dem Kot geschaut. Schien alles unauffällig.

Müsli wurde allerdings nicht sediert. Der TA meinte, es sei nicht notwendig. Diesmal war Müsli auch stiller. Wir sollen aber weiter aufmerksam sein und notfalls regelmäßig kommen.

Müsli hat zu Hause auch gleich wieder gefressen. Ich kann mir nicht erklären, wieso das Gewicht weiter runter ist. Ich hoffe, es stabilisiert sich jetzt. Sonst werde ich auf eine Narkose bestehen.

Re: Gewichtsabnahme - schon wieder Zahnprobleme?

Verfasst: 2. Feb 2019, 18:12
von Octodon
Wie gesagt, für eine gründliche, WIRKLICH gründliche Untersuchung der gesamten Maulhöhle halte ich eine Sedation notwendig. Häufig sind es kleine bis kleinste Spitzen, gerne am letzten Zahn, die lingual (sprich: Richtung Zunge) wachsen und für Probleme beim Kauen sorgen. Diese sind auch bei einem sedierten Tier häufig erst auf den zweiten Blick erkennbar. Das passiert selbst meiner (SEHR deguzahnerfahrenen) Tierärztin auch immer mal wieder, erst heißt es "och, sieht doch eigentlich ganz gut aus", aber dann entdeckt sie im letzten Eckchen doch noch eine fiese Spitze. Problem ist hier vor allem die Zunge, die häufig die Spitzen verdeckt, oder die Backenschleimhaut.

Mich würde interessieren, wie deine TÄ das macht. Toleriert Müsli wirklich den Maulspreizer, dass im Maul herumgefuhrwerkt wird, geknipst und gefeilt? Ich habe ehrlichgesagt Probleme, mir das vorzustellen, bzw dass unter diesen Umständen eine gründliche Untersuchung/Behandlung möglich ist.

Einige Deguhalter berichten von Tierärzten, die es wirklich auch ohne Narkose lose haben, bzw. Degus, die ganz brav sind bei der Behandlung. Ich kann mir hier aber bestenfalls eine Kürzung der Schneidezähne vorstellen..... Nix für ungut....

Last but not least zum Thema "Fehlstellung": eine Fehlstellung ist allein schon aus dem Grund vorhanden, dass die Zähne gekürzt werden mußten. Bei einem physiologischen Biss nutzen sich die Zähne so ab, dass ein manuelles Kürzen durch den TA nicht nötig wird. Fehlstellungen können aber unterschiedliche Ausprägungen haben und NICHT zwangsläufig das komplette Gebiss betreffen. Manchmal ist es nur ein einziger Zahn.

Ich würde dazu raten, jetzt nochmal abzuwarten, das Gewicht die nächste Zeit einmal wöchentlich zu kontrollieren (nicht öfter, das macht dich nur kirre), und in einigen Wochen, wenn die Karenz wieder um ist, das Tier evtl. erneut vorzustellen und dann auf einer Sedation zu bestehen. Oder ggfs. den TA wechseln, wenn du kein gutes Gefühl dabei hast.

Fütter in der Zwischenzeit mal wie empfohlen etwas zu, und schau mal, ob das Gewicht weiter fällt oder ggfs. stagniert. Stagnation ist ok, wie gesagt, ist ein älteres Tier, da geht die Masse sukzessive flöten. DAS muß jetzt wirklich nicht zwingend was mit den Zähnen zu tun haben.

Re: Gewichtsabnahme - schon wieder Zahnprobleme?

Verfasst: 4. Feb 2019, 10:59
von Zwiebel
Also behandelt wurde er, indem eine Helferin ihn gehalten hat und der TA hat geschaut und geknipst. Natürlich hat er versucht sich mit den Pfötchen zu wehren, aber die wurden dann festgehalten.

Wie bekomme ich das Passwort, um ins Unterforum der Tierarztliste zu kommen?

Ich weiß nicht, ob ich noch mehrere Wochen abwarten kann, ob sich das Gewicht stabilisiert. Gestern wog er nur noch 207 g. Das Gewicht sinkt viel zu schnell, als das ich noch viel länger warten kann.

Das Alter können wir nicht genau sagen. Offiziell 2 Jahre, aber er könnte auch älter sein. Trotzdem wäre eine so rasche Gewichtsabnahme auch im Alter beunruhigend.

Re: Gewichtsabnahme - schon wieder Zahnprobleme?

Verfasst: 4. Feb 2019, 16:51
von esmeralda
Nachdem ich im völlig falschen Thread geschrieben habe, diesen Beitrag wieder gelöscht habe, melde ich mich nur hier im richtigen Thread.
Ich habe dir eine PN geschrieben.

Re: Gewichtsabnahme - schon wieder Zahnprobleme?

Verfasst: 4. Feb 2019, 17:01
von DaLo
Hallo,

einzelne Spitzen der vorderen Backenzähne können sicher auch mal - ohne Narkose - kurz abgeknipst werden. Allerdings ist das eher die Ausnahme, dass dies ausreicht und das einzige Problem ist.
Von daher - und insbesondere, weil Müsli ja an Gewicht verliert - würde ich auch auf eine Narkose und gründliche Untersuchung bestehen, ggf. einen anderen Tierarzt zu Rate ziehen.
Grundsätzlich ist es auch besser, die Zähne zu schleifen, um ein evtl. Splittern zu vermeiden.

LG Dagmar