Seite 1 von 1

Knochenbruch hinters Bein, Operieren?

Verfasst: 2. Dez 2022, 04:33
von René
Hallo alle zusammen, *winkend*
ich bin noch ziemlich neu in diesem Forum und stolzer Besitzer drei kleiner Mädels.
Romina (braun), Ronda (grau) und Roberta (weiß).
Meine Mädels sind noch recht jung circa 1 3/4 Jahre und gerade mit den letzten Auswüchse ihre Pupertät beschäftigt. *aaahhh*

Leider melde mich direkt mit einer schwerwiegenden Entscheidung, wobei ich hoffe mit eurem Rat eine gute Entscheidung zu treffen. :cry:

Als wir gestern unsere Degus verpflegten fingen sie Roberta und Ronda an zu zoffen. Leider war die Käfigtür offen und Ronda wurde dabei aus dem Käfig geschleudert.😭
Die Sturzhöhe lag bei circa 90cm.

Wir haben sie gleich eingepackt und ab zum Tierarzt.
Dieser stellte beim Abtasten eine Fraktur am hinteren linken Oberschenkel fest.

Wir haben heute morgen noch gegen 8 einen Termin in der Tierklinik Gießen.

Dort wird sie dann zum ersten Mal geröntgt

Die bisherigen Ratschläge der Ärzte deuten allerdings auf eine Amputation des Beines hin.

Natürlich möchte ich aber erst den realen Befund abwarten.

Ronda frisst ganz normal, ist nicht apathisch, sie bewegt sich aber nur langsam.

Hab ihr schonmal ähnliche Erfahrung gemacht?
Besteht die Möglichkeit das Bein zu retten? (Ausheilen unter Schmerzmittel, Schienen.... etc)

Meine Frage an euch ist schwer, ich weiß.
Ich hoffe einfach nur gute Entscheidung für meinen Degu treffen.

Re: Knochenbruch hinters Bein, Operieren?

Verfasst: 2. Dez 2022, 07:02
von DaLo
Hallo René,

ob ein Bruch operiert, ein Bein gar amputiert werden muss, hängt davon ab, was für ein Bruch es ist.
In den allermeisten Fällen braucht man gar nichts tun. Wenn aber die Knochen gesplittert oder sehr stark verschoben sind, dann muss operativ eingegriffen werden. Es ist selten, aber tatsächlich entscheidet ein Tierarzt dann manchmal auch, dass eine Amputation notwendig wird.
Das kann aber wirklich erst entschieden werden, wenn ein Röntgenbild vorliegt. Eine solche Aussage bereits jetzt zu treffen, halte ich für "zweifelhaft".
Was richtig ist, dass ein verschobener Bruch oder ein Splitterbruch bei einem so kleinen Tier grundsätzlich schwierig zu operieren ist.
Vielleicht geht der Tierarzt davon aus, dass es kein glatter Bruch ist, da er dies schon ertasten konnte und schließt daraus, dass voraussichtlich eine Amputation notwendig wird.
Also heißt es jetzt Daumen drücken, dass das Röntgenergebnis doch nicht so niederschmetternd ist.

LG Dagmar

Re: Knochenbruch hinters Bein, Operieren?

Verfasst: 2. Dez 2022, 08:45
von René
Hallo Dagmar,

Vielen Dank für die schnelle Antwort und die besonnene Aufklärung.

Meine Ronda wird gerade untersucht.
Ich hoffe es stellt sich raus, daß es kein Trümmerbruch oder sehr starke Verschiebung ist und eine natürliche Heilung möglich ist.

Die Tierärztin an der Klinik Gießen hat Ronda zumindest schon sehr behutsam in Empfang genommen.

Ich drücke einfach fest die Daumen.

Viele Grüße René

Re: Knochenbruch hinters Bein, Operieren?

Verfasst: 2. Dez 2022, 08:59
von chaya93
Guten Morgen,

auch ich drücke fest die Daumen, dass sich alles zum Guten wendet.

Du solltest deinen Käfig dann für die folgende Zeit entsprechend modifizieren, um dem Mädel die Wege zu erleichtern.
Sprich sie muss ohne zu springen auf andere Etagen und zu Futter und Wasser kommen. Das Bein sollte natürlich so wenig wie möglich belastet werden.

Re: Knochenbruch hinters Bein, Operieren?

Verfasst: 2. Dez 2022, 12:08
von René
Hallo zusammen,

Nochmals ein Update meinerseits
Ronda hatte allen Anschein ein Schutzengel. 😇

Die Röntgen Aufnahmen haben ergeben, dass der Oberschenkel intakt ist.

Das *Knacken* oder *knirschen * welches die vorherige Tierärztin als Bruch identifiziert kommt nicht von ihren primären Knochen am Bein.

Die exakte Ursache konnte nicht identifiziert werden. Man geht vom Knochenansatz zum Knie oder von Knie selber aus.
Also nichts was eine Amputation oder OP rechtfertigen würde.

Die Ärztin aus der Klinik hält viel Ruhe gerade für die beste Medizin.

Ich war heilfroh von dieser Diagnose.
Vielleicht hat das Daumendrücken doch was gebracht :)

Prellungen sind natürlich vorhanden und Ronda hat striktes Sportverbot, dafür darf das Bein bleiben.

@Chaya, Dein Ratschlag habe ich schon umgesetzt und alle Hindernisse sind erst mal weg und das Futter leicht erreichbar☺️

Viele Grüße
René

Re: Knochenbruch hinters Bein, Operieren?

Verfasst: 2. Dez 2022, 15:21
von DaLo
Das sind tolle Nachrichten *sonne*
Das freut mich wirklich sehr für euch und Ronda.
René hat geschrieben: 2. Dez 2022, 12:08 Die Ärztin aus der Klinik hält viel Ruhe gerade für die beste Medizin.
Ja... das ist die Theorie ;)
Einen Degu - insbesondere einen so jungen - ruhig zu halten, ist praktisch unmöglich. Wenn Ronda Schmerzen hat, wird sie das Bein automatisch anziehen und auf drei Beinen rumflitzen. Wenn die Schmerzen erträglich sind, wird sie das Bein einsetzen - wenn auch nicht voll belasten.
Nachdem ihr den Käfig entsprechend modifiziert habt, würde ich darüberinhaus nichts Besonderes mehr beachten. Bei Degus heilt vieles auch sehr schnell. Sollten irgendwelche Tipps in der Richtung erfolgt sein, Ronda in einen kleinen Käfig zu separieren, diese bitte nicht umsetzen.

Was mich grundsätzlich noch interessiert: Sollt ihr Ronda mit Schmerzmittel behandeln oder nicht?

LG Dagmar

Re: Knochenbruch hinters Bein, Operieren?

Verfasst: 2. Dez 2022, 19:57
von René
Hallo Dagmar,

Wir sind gerade dabei den Käfig noch etwas umzugestalten.
Momentan ist ihr Käfigabteil getrennt von den anderen, wir werden aber bis Sonntag ein Trenngitter einbringen.

Wir wollten Ronda nicht vollständig isolieren aber auch verhindern, dass sie sich in ihrem Zustand mit Roberta zofft.

Würdest du dennoch empfehlen sie alle drei zusammen zu lassen?

Wir lassen immer mal wieder Romina zu ihr, damit sie nicht einsam wird.

Die Tierärztin verschrieb keine weiteren Schmerzmittel.
Sie befürchtet, dass Ronda sonst das Bein nicht ausreichend schont.

Sollte Ronda in den nächsten 4 bis 5 Tagen weiterhin stark humpel würde sie mir ein leichtes Schmerzmittel anbieten.

Viele Grüße
René

Re: Knochenbruch hinters Bein, Operieren?

Verfasst: 2. Dez 2022, 21:08
von DaLo
René hat geschrieben: 2. Dez 2022, 19:57 .... aber auch verhindern, dass sie sich in ihrem Zustand mit Roberta zofft.
Ahhh... das hatte ich schon wieder verdrängt :oops:
Nein, das wäre in der Tat nicht gut für Ronda. Blöde Situation :thinking:

Solltet ihr am Wochenende daheim sein und die Degus nahezu durchgehend im Auge haben, dann würde ich sie aber tatsächlich zusammenlassen und ausloten, wie die Lage dann ist. Natürlich müsste bei Auseinandersetzungen abgetrennt werden.
Die Tierärztin verschrieb keine weiteren Schmerzmittel.
Sie befürchtet, dass Ronda sonst das Bein nicht ausreichend schont.
Das habe ich vermutet und ist m.E. auch ok, nachdem kein Bruch vorhanden ist.
Ihr könnt Ronda etwas Traumeel geben. Das unterstützt die Heilung bei stumpfen Verletzungen (wie Verstauchungen, Prellungen, Gelenkergüssen). Man bekommt es in Tablettenform in der Apotheke und kann es auch selber verwenden ;).

LG Dagmar

Re: Knochenbruch hinters Bein, Operieren?

Verfasst: 3. Dez 2022, 06:20
von René
DaLo hat geschrieben: 2. Dez 2022, 21:08 Ihr könnt Ronda etwas Traumeel geben. Das unterstützt die Heilung bei stumpfen Verletzungen (wie Verstauchungen, Prellungen, Gelenkergüssen).
Gibt es hier etwas bei der Dosierung zu beachten?
Ich würde ansonsten versuchen max. eine 1/2 Tablette in Haferflockenschleim aufzulösen und zu verabreichen.

Liebe Grüße
René

Re: Knochenbruch hinters Bein, Operieren?

Verfasst: 3. Dez 2022, 11:18
von DaLo
Ich gebe weniger. Ca. 1/8 bis max. 1/4 Tablette. Manche Degus fressen die einfach so aus der Hand, was am besten wäre, da es ein homöopathisches Mittel ist, welches am besten im Mund zergehen lassen wird. Das ist natürlich bei Degus schwierig.
Die zweite Variante, die ich wähle, ist eine Tablette zermörsern, ein paar Krümel in eine kleine 1 ml Spritze geben und mit ein klein wenig Wasser aufziehen und direkt ins Mäulchen spritzen.
Oder in einen kleinen Klecks Babybrei rühren, in der Hoffnung, der wird aufgeschleckt.
Haferschleim wüde ich tendenziell nicht nehmen - da habe ich die Befürchtung, dass so gar nichts von dem Traumeel über die Mundschleimhaut läuft, sondern gut umschlossen auf direktem Weg im Magen landet.

LG Dagmar