Fast 14 Monate dauerte der gemeinsame Weg von Linn und Shepard. Heute ging er zu Ende
Ich hätte mir mehr Zeit gewünscht. Mehr Zeit für Linn, um weiterhin Stabilität, Verlässlichkeit und Zugewandtheit zu erfahren. Mehr Zeit für Shepard, diesen wundervollen selbstbewussten, ausgeglichenen, gechillten, neugierigen, aktiven, liebenswerten Charakter. Auch heute noch wollte er. Er wollte fressen, er wollte durch den Käfig laufen, er wollte sich mit Linn streiten, er wollte den Behandlungstisch beim Tierarzt erkunden, er war immer noch so voller Tatendrang, aber er schwankte, er fiel, verlor immer wieder die Orientierung. Schon mehrmals dachte ich, er wäre kurz vor oder sogar bereits auf der Regenbogenbrücke, er kehrte jedoch immer wieder um. Heute aber haben wir ihm den Weg zurück versperrt. Wir haben ihn weiter geschickt, da ich der Überzeugung bin, dass es für ihn richtig und gut so ist. Auch wenn dieser Abschied, dieses Loslassen ganz besonders schwer war.
Ich habe die Entscheidung getroffen, da es - auch wenn Shepard das vielleicht anders gesehen hat - kein wirkliches Zurück mehr gab. Vielleicht hätte er noch ein paar Tage gehabt, an denen es den einen oder anderen schönen und guten Moment für ihn gegeben hätte, aber er hatte einen Lebertumor, der bereits deutlich tastbar war. Das Schicksal war besiegelt. Wann der richtige Zeitpunkt ist, die Türe zu schließen, ist immer extrem schwer. Gibt es noch gute Momente, ist es zu früh, gibt es nur noch schlechte Momente, ist es zu spät. Ich hoffe, ich habe eine gute Wahl getroffen.
Mach´s gut, Shepard,. Du zauberhafte Seele. Du hast tiefe Spuren hinterlassen, Du wirst fehlen
Nun heißt es, weiter auf das Leben zu schauen. Auf das Leben und Wohlbefinden von Linn. Um sie wird es jetzt gehen.
Traurige Grüße
Dagmar