Deguzähne

Allgemeine Fragen und Antworten vor oder kurz nach der Anschaffung durch "Deguneulinge".
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Sophia
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Deguzähne

Hallo,
Wir haben seit Februar unsere Degus. Es sind damals drei Jungen gewesen. Flöckchen ca 3 Jahre, Jo ca 2,5 Jahre und Timmy ca 2,5 Jahre.

Timmy mussten wir leider vor 14 Tagen einschläfern lassen auf Grund von massiven Zahnproblemen und einhergehendem Untergewicht. Ich war an dem Tag mit allen dreien beim Tierarzt. Flöckchen und Jos Zähne wurden auch angeschaut aber ohne Sedierung und da sah alles gut aus.
Mittlerweile hat sich das aber meiner Meinung nach verändert. Die Jungs haben unterschiedliche dunkle Verfärbungen an den unteren Schneidezähnen. Ich mache mir wirklich große Sorgen, dass wir die zwei anderen nun auch verlieren.
Kann sich der Zahnstatus so schnell verändern? Machen wir irgendetwas falsch? In wieweit sind verfärbte Stellen normal und wieder reversibel?

Sie haben einen sehr großen Käfig, wiegen ausreichend und fressen unauffällig. Die Zwei spielen viel miteinander, kuscheln und es wirkt so als hätten sie den Tod von Timmy bisher gut überstanden.

Wir füttern nur Futter vom Deguladen. Also getrocknete Blätter, Blüten, Saaten, ab und an Nüsse und Löwenzahnwurzeln als Snacks.
Ich mache mir wirklich große Sorgen und ich wäre so dankbar für Ratschläge von euch und Menschen die mehr Erfahrung haben!

Liebe Grüße,
Sophia
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DaLo
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Re: Deguzähne

Hallo,

die schwarzen Verfärbungen sind häufig nicht besorgniserregend. Die Ursache ist nicht eindeutig klar. Was ich aber sagen kann, dass ich sowas schon mehrfach erlebt habe ohne dass es irgendwelche Veränderungen beim Futter oder den Haltungsbedingungen gab. Was ich auch zusichern kann, dass die Verfärbungen auch wieder verschwinden können.

Euer Futter klingt soweit gut, aber versucht gerade über den Sommer möglichst viel Frischfutter in den Speiseplan aufzunehmen. Damit sind nicht Salat und Gemüse gemeint, sondern Baum- und Strauchblätter inkl. der -äste sowie Wiesengrün.

Am besten überwacht Ihr das Gewicht der beiden engmaschig. Daran kann man am allerbesten erkennen, ob es Probleme bei der Nahrungsaufnahme gibt.
Sophia hat geschrieben: 30. Mai 2024, 14:31 Kann sich der Zahnstatus so schnell verändern?
Leider ja... Die Zähne wachsen extrem schnell und genauso schnell können auf einmal Probleme auftreten. Von daher am besten wöchentlich wiegen. Sobald das Gewicht um mehr als 10 Gramm nach unten geht, am besten 2-3 Tage später wieder wiegen. Wenn der Trend dann anhält, einen Tierarzttermin vereinbaren.

Viele Grüße
Dagmar
Sophia
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Re: Deguzähne

Hey Dagmar,

Vielen Dank für deine Antwort!
Es beruhigt mich jetzt tatsächlich. Mit der Gewöhnung an das Frischfutter sind wir schon dabei, manchmal nehmen sie es gut an, manchmal nicht.
Blätter und Äste von welchen Bäumen darf ich denn nutzen?

Puh okay ich drücke die Daumen, dass die Verfärbungen wieder verschwinden!
Ich werde dennoch versuchen die Zähne der beiden Röntgen zu lassen.
Ich möchte nicht das einer von beiden Schmerzen beim Fressen hat und irgendetwas unentdeckt bleibt…
Können die Zahnprobleme von den Saaten kommen? Hast du da Ahnung?

Grüße,
Sophia
Katinka13
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Re: Deguzähne

Hey
Also mir sind diese schwarzen Verfärbungen bekannt als Störungen des Mineralstoffwechsels.
Das kann vorkommen, wenn das Futter nicht stimmt z.B. zu wenig bzw. die falschen Saaten oder das ein ungünstiges Calcium-Phosphor-Verhältnis. Eine weitere Möglichkeit ist ein Vitamin D Mangel. Vitamin D spielt eine wichtige Rolle im Calcium-Phosphor-Stoffwechsel.
Unter Vit D Mangel kann der Körper nicht genug Calcium aufnehmen und baut dann Calcium aus Zähnen und Knochen ab. Zahnprobleme können dann entstehen. So ist zumindest der Prozess bei vielen anderer Säugetieren. Studien lassen vermuten, dass es bei Degus recht ähnlich läuft.

Ich habe leider auch einen Haufen mit genetischer Prädisposition für Zahnprobleme.
Seit wir sehr streng auf eine gute Calcium und Vitamin D Versorgung und ein gutes Calcium-Phosphor-Verhältnis beim Futter achten, sind unsere Tierarztbesuche deutlich seltener geworden.
Die schwarzen Flecken sind seitdem auch weg.

Natürlich hilft in dieser Jahreszeit auch das Frischfutter ganz enorm! Wir sammeln einmal täglich durch den Garten - Löwenzahn, Hasel, Giersch, Hainbuche, Hundsrose, Brombeerblätter, Gänseblümchem, Wiesen-Pippau, Birke, Weide, Wiesenlabkraut, Lavendel, Fingerkraut, Frauenmantel, Schafgarbe, Wiesen-Flockenblume, Ampfer und aktuell besonders beliebt Glockenblume und Wiesenmagerithe. Frischfutter macht einen besonders guten Zahnabrieb.
Häufig steht dazu eine Info, ob es essbar oder giftig ist.
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DaLo
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Re: Deguzähne

Hallo,
Katinka13 hat geschrieben: 1. Jun 2024, 19:42 Seit wir sehr streng auf eine gute Calcium und Vitamin D Versorgung und ein gutes Calcium-Phosphor-Verhältnis beim Futter achten, sind unsere Tierarztbesuche deutlich seltener geworden.
Es freut mich, dass die Zahnprobleme durch die Maßnahmen deutlich weniger wurden.
Magst Du hierzu mal im Detail ausführen, wie das in der Praxis aussieht? Führst Du Calcium zu? Vitamin D über eine Tageslichtlampe? Wie ist sichergestellt, dass jeder Degu die richtigen Mengen der verschiedenen Bestandteile frisst?

Meine TÄ hat bislang nicht die eine Erklärung für die Verfärbungen. Sie hat folgende Möglichkeiten in den Raum geworfen, wobei ich nochmal betonen möchte, dass die Verfärbungen bei meinen davon betroffenen Tieren genauso überraschend kamen, wie auch wieder gingen. Wir haben den Zahnstatus geprüft und ansonsten nichts unternommen, weil wir nicht wussten, was wir genau hätten tun sollen.
- Zahnprobleme (kann man durch Röntgen prüfen)
- allgemeine Mangelernährung
- Eisenüberschuss
- Entgleisung des Mineralstoff- und Spurenelemente-Haushalts – insbesondere Calcium- u./o. Vitamin D Mangel
- aus dem Lot geratenes Immunsystem – schlechte Allgemeinkonstitution
- Stoffwechselerkrankungen

LG Dagmar
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Re: Deguzähne

DaLo hat geschrieben: 2. Jun 2024, 20:56 Hallo,
Katinka13 hat geschrieben: 1. Jun 2024, 19:42 Seit wir sehr streng auf eine gute Calcium und Vitamin D Versorgung und ein gutes Calcium-Phosphor-Verhältnis beim Futter achten, sind unsere Tierarztbesuche deutlich seltener geworden.
Magst Du hierzu mal im Detail ausführen, wie das in der Praxis aussieht? Führst Du Calcium zu? Vitamin D über eine Tageslichtlampe? Wie ist sichergestellt, dass jeder Degu die richtigen Mengen der verschiedenen Bestandteile frisst?

Meine TÄ hat bislang nicht die eine Erklärung für die Verfärbungen. Sie hat folgende Möglichkeiten in den Raum geworfen, wobei ich nochmal betonen möchte, dass die Verfärbungen bei meinen davon betroffenen Tieren genauso überraschend kamen, wie auch wieder gingen. Wir haben den Zahnstatus geprüft und ansonsten nichts unternommen, weil wir nicht wussten, was wir genau hätten tun sollen.
- Zahnprobleme (kann man durch Röntgen prüfen)
- allgemeine Mangelernährung
- Eisenüberschuss
- Entgleisung des Mineralstoff- und Spurenelemente-Haushalts – insbesondere Calcium- u./o. Vitamin D Mangel
- aus dem Lot geratenes Immunsystem – schlechte Allgemeinkonstitution
- Stoffwechselerkrankungen

LG Dagmar
Das wären jetzt tatsächlich auch meine Fragen! Wie setze ich das am besten um und in was an Futter ist denn Vitamin D und Calcium?

Dagmar, was meinst du mit den Spiegelstrichen die du unten aufzählst? Sind das mögliche Optionen wo die Verfärbungen her kommen?

Grüße,
Sophia
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Re: Deguzähne

Sophia hat geschrieben: 7. Jun 2024, 14:07 Dagmar, was meinst du mit den Spiegelstrichen die du unten aufzählst? Sind das mögliche Optionen wo die Verfärbungen her kommen?
Uppsssiiii... :seh_nix:
Da ist wohl ein Satz verloren gegangen. :oops:

Ja, das meinte ich damit.
Katinka13
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Re: Deguzähne

Hey
Bzgl. der Ernährung fand ich die Seite von Degus International hilfreich:
https://forum.degus-international-commu ... m.php?f=34
Die haben relativ viel Infos und und Empfehlungen zusammen tragen können. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Futtermischungen, die das richtige Ca:P-Verhältnis aufweisen. Hansemanns hat da sowohl für Saaten, als auch für Grundfuttermittel geeignete Mischungen im Angebot. Auf diese wird auch bei Degus International verwiesen. Hansemanns gibt das Ca:P Verhältnis bei diesen Mischungen auch an.
Für Saaten und Grundfutter (Blüten, Blätter, Kräuter...) ist es also sehr einfach. Schwieriger ist es bei den Leckerchen, denn hier gibt es kaum etwas mit geeignetem Ca:P Verhältnis. Wir beschränken uns daher im wesentlichen auf Löwenzahnwurzeln und gelegentlich mal Walnüsse.
Ergänzend natürlich eine Menge Frischfutter aus dem Garten.
Vitamin D habe ich eine zeitlang supplimiert, da unsere Tiere doch einen deutlichen Mangel hatten.
Mittlerweile haben wir eine UVB Lampe.
Das Thema UVB Lampe fand ich ziemlich tricky. Ich würde mich als Nerd bezeichnen, aber Licht ist echt rocket science... produziert sie genug UVB, passt das Spektrum, wie hoch muss sie hängen.... fand ich alles sehr komplex.
Auf folgender Seite haben Menschen, die offenbar noch viel nerdiger sind als ich, ziemlich viel gute Info aufbereitet.
http://www.licht-im-terrarium.de/
Ich habe mich schlussendlich für eine Arcadia T5 Forest mit Reflektor entschieden
https://www.reptilienkosmos.de/terraris ... _1634_5256

Es ist durchaus nicht so, dass wir garkeine Zahnsanierungen mehr haben. Aber deutlich deutlich weniger. Aktuell muss etwa alle 2 Monate einer unserer 6 Patienten hin. Vor einiger Zeit hatten wir jede Woche ein bis zwei Tiere beim TA.
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