Hallo,
ich suche hier Rat bei denjenigen, die öfter mal mit Degus in schlechtem Zustand durch falsche Haltung und Fütterung zu tun haben.
Ich habe kurz vor Weihnachten Hazel und Lucy aufgenommen (beide 5 Jahre alt). Die beiden waren einen Monat zuvor zusammen mit zwei anderen Degus aus einer Haltung in einem winzigen Käfig (geschätzt 50x50 cm), der völlig verdreckt war, gerettet. In diesem Käfig haben die vier Degus anscheinend die fünf Jahre seit der Übernahme als Jungtiere verbracht. Gefüttert wurden sie (zumindest zuletzt) mit einem Billig-Meerschweinchenfutter, das überwiegend aus Getreide bestand.
Bei der Rettung waren die beiden nach Berichten der beiden Retterinnen völlig abgemagert, leider wurden sie weder von den beiden, noch vom TA gewogen.
Als ich die beiden übernommen habe, hatten sie schon zugenommen (wurde mir berichtet) und meine Tierärztin fand den Ernährungszustand gar nicht so schlecht. Hazel wog zu dem Zeitpunkt 171 Gramm (sie ist größer als Lucy), Lucy 163 Gramm. Beide hatten und haben kaum Muskulatur, daher das geringe Gewicht.
Außerdem hatten beide schütteres Fell, bei Hazel schlimmer als bei Lucy, Zahnspitzen, die die Zunge verletzten, zu lange Krallen und eine Linsentrübung. Zudem haben beide ein merkwürdiges Gangbild (schwer zu beschreiben, sie laufen anscheinend mit weit untergeschobener Hinterhand) und sitzen beim Fressen meist mit weit gespreizten Hinterbeinen.
Die Zahnspitzen wurden unter Gasnarkose entfernt und sind seitdem nicht wiedergekommen (das wurde vor zwei Wochen erneut unter Gasnarkose kontrolliert). Die beiden haben zum Glück seit ihrem Einzug auch gut Kräuter, Heu und Gräser gefressen.
Beide wurden sicherheitshalber auch mit Stronghold gespottet, um einen möglichen Milbenbefall zu bekämpfen.
Anfangs war ich insbesondere um Lucy besorgt, da sie aufgrund der schwachen Hinterbeine beim Laufen über Hindernisse auch schon mal umgefallen ist. Inzwischen scheint sie schon etwas geschickter unterwegs zu sein. Ich habe auch das Gefühl, dass beide im Laufrad etwas schneller geworden sind.
Leider hat Lucy bisher eigentlich fast gar nicht zugenommen (Gewicht schwankt zwischen 163 und 167 Gramm), Hazel hatte zwischenzeitlich 186 Gramm hat aber nach einer Erkältung (die zum Glück überstanden ist) wieder auf 180-182 Gramm abgenommen. Sie frisst momentan auch weniger frische Kräuter, allerdings gibt es wegen der Wetterlage hier zur Zeit auch nur Küchenkräuter. Bei einem "normalen" Degu würde ich mir wegen einer solchen Gewichtsabnahme keine Sorgen machen, aber bei den Fliegengewichten werde ich da sofort nervös.
Ich frage mich, ob die beiden wohl jemals wieder eine normale Muskulatur aufbauen werden. Sie haben nun seit etwa 2,5 Monaten genug Bewegungsmoeglichkeiten, aber ein wirklicher Fortschritt in Sachen Muskelaufbau ist nicht zu sehen, zumindest nicht am Gewicht. Im Vergleich zu den beiden, sehen übrigens die Degus aus dem Animal Hoarding Fall in Zossen aus wie das blühende Leben, zumindest den Fotos nach.
Gibt es da von Eurer Seite Erfahrungen mit aehnlichen Fällen? Wie schnell haben sich die Degus körperlich erholt? Oder sind die Chancen da nach fünf Jahren eher schlecht?
Ich habe etwas Sorgen, dass hinter dem Zustand doch ein Stoffwechselproblem oder eine andere Erkrankung stecken könnte (auch wegen der Linsentrübung und des schlechten Fells). Beide trinken aber normal und der Urin wurde getestet (Hazels beim TA, Lucys mittels Stick zuhause). Alle Parameter waren unauffällig bis auf eine leichte Proteinurie, die aber bei Degus normal zu sein scheint.
Mache ich mich umsonst verrückt?
Erfahrungen mit Degus aus schlechter Haltung/Fütterung
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Re: Erfahrungen mit Degus aus schlechter Haltung/Fütterung
In der Vergangenheit sind auch so einige Tiere aus bisher nicht so optimaler Haltung bei mir gelandet. Allerdings besteht dazu und der hier beschriebenen ganz offensichtlichen Verwahrlosung ein großer Unterschied.
Die Tiere haben sich ihr ganzes Leben kaum bewegen können und sind mit 5 Jahren leider auch nicht mehr so ganz taufrisch. In dem Alter manifestieren sich auch bei wesentlich artgerechter gehaltenen Tieren die ersten degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule und den Extremitäten. Leider ist das irreversibel, aber man kann trotzdem ein bißchen was tun - vor allem brauchst du aber eins: Geduld und Akzeptanz, dass bis zu einem gewissen Punkt nur etwas getan werden kann. Das Schöne ist jedoch, dass die Tiere gar keinen Idealzustand brauchen, um glücklich zu sein, sondern schon jetzt sehr dankbar sind, dass sie eine 1000% ige Verbesserung ihrer Lebensqualität erfahren durften. Ein wesentlicher Leitsatz meines Studiums seinerzeit war "wir behandeln nicht die Krankheit, sondern das Tier.".
Bzgl. der Muskulatur:
Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen würde ich Haferflocken ins Grundfutter mischen und zum anderen kannst du einen proteinreichen und hochkalorischen Brei (aus Nussmehl, Hafermehl, Proteinpulver und ggfs. etwas Tomaten-Passata oder Apfelmus ohne Zusatzzucker) anrühren, der dann auch dem Gewicht zuträglich sein wird. Allerdings ist das mit dem Brei ein etwas zweischneidiges Schwert, weil dieser ja den Zahnabrieb nicht wirklich unterstützt. Deshalb würde ich den bestenfalls nur einmal täglich bis alle zwei Tage zusätzlich anbieten. Und auch in eher kleinen Mengen. Zudem gibt es pflanzliches Proteinpulver, bspw. aus Reis oder Hanf, das kannst du auch unterrühren.
Mit Proteinen aus Leguminosen (Erbse, Luzerne, Ackerbohne) wäre ich vorsichtig, da diese vermutlich die Nieren strapazieren. Frisch gefütterte Luzerne (in vernünftiger Relation zum Rest) ist jedoch ok. Auf Erbsen und Ackerbohnen würde ich generell verzichten, egal in welchem Zustand.
Ansonsten ist ernährungstechnisch bald eine gute Zeit, denn gerade im Frühjahr sind die jungen Pflanzen sehr eiweißhaltig und nahrhaft. Also fang am besten so früh wie möglich an, Frischkost zuzufüttern, sofern du die Möglichkeit dazu hast.
Zum Gewicht:
Nicht vergessen: sie bewegen sich jetzt auch mehr. Muskulatur baut sich langsam auf und dazu benötigt es eben auch essentielle Aminosäuren (siehe Protein). Das dauert. Wenn sie sich jetzt mehr bewegen bei gleichbleibender Futteraufnahme (daher auch der Tip mit dem Brei), werden sie ihr Gewicht vermutlich erstmal nur halten - was ich in diesem Fall aber schon unter "Erfolg" verbuchen würde...
Unterstützende Maßnahmen für den Bewegungsapparat:
Wenn du das Gefühl hast, die Damen laufen unter Schmerzen, könntest du testweise mal eine Woche lang Schmerzmittel geben, um zu schauen, wie es sich das Gangbild damit verhält. Dann hast du einen Vergleich; im Zweifelsfall würde ich erstmal ne Dauertherapie draus machen. Zusätzlich würde ich Litozin verabreichen. Das ist ein Hagebuttenpulver, das gut gegen arthotische Beschwerden hilft (regt die Knorpelbildung an). Ist es Arthrose, wird es in Schüben verlaufen, so dass du immer mal wieder schauen solltest, wie sich das ganze entwickelt. Arthrose ist auch wetterabhängig: nasskalt erhöht die Beschwerden, trockene Kälte oder Wärme ist hingegen gut.
Es gibt verschiedene Arthrosemittel, aber die sind alle für Hund und Katz und stinken entsprechend nach Meerestieren oder anderem. Damit brauchst du einer empfindlichen Degunase nicht zu kommen
Die Tiere haben sich ihr ganzes Leben kaum bewegen können und sind mit 5 Jahren leider auch nicht mehr so ganz taufrisch. In dem Alter manifestieren sich auch bei wesentlich artgerechter gehaltenen Tieren die ersten degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule und den Extremitäten. Leider ist das irreversibel, aber man kann trotzdem ein bißchen was tun - vor allem brauchst du aber eins: Geduld und Akzeptanz, dass bis zu einem gewissen Punkt nur etwas getan werden kann. Das Schöne ist jedoch, dass die Tiere gar keinen Idealzustand brauchen, um glücklich zu sein, sondern schon jetzt sehr dankbar sind, dass sie eine 1000% ige Verbesserung ihrer Lebensqualität erfahren durften. Ein wesentlicher Leitsatz meines Studiums seinerzeit war "wir behandeln nicht die Krankheit, sondern das Tier.".
Bzgl. der Muskulatur:
Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen würde ich Haferflocken ins Grundfutter mischen und zum anderen kannst du einen proteinreichen und hochkalorischen Brei (aus Nussmehl, Hafermehl, Proteinpulver und ggfs. etwas Tomaten-Passata oder Apfelmus ohne Zusatzzucker) anrühren, der dann auch dem Gewicht zuträglich sein wird. Allerdings ist das mit dem Brei ein etwas zweischneidiges Schwert, weil dieser ja den Zahnabrieb nicht wirklich unterstützt. Deshalb würde ich den bestenfalls nur einmal täglich bis alle zwei Tage zusätzlich anbieten. Und auch in eher kleinen Mengen. Zudem gibt es pflanzliches Proteinpulver, bspw. aus Reis oder Hanf, das kannst du auch unterrühren.
Mit Proteinen aus Leguminosen (Erbse, Luzerne, Ackerbohne) wäre ich vorsichtig, da diese vermutlich die Nieren strapazieren. Frisch gefütterte Luzerne (in vernünftiger Relation zum Rest) ist jedoch ok. Auf Erbsen und Ackerbohnen würde ich generell verzichten, egal in welchem Zustand.
Ansonsten ist ernährungstechnisch bald eine gute Zeit, denn gerade im Frühjahr sind die jungen Pflanzen sehr eiweißhaltig und nahrhaft. Also fang am besten so früh wie möglich an, Frischkost zuzufüttern, sofern du die Möglichkeit dazu hast.
Zum Gewicht:
Nicht vergessen: sie bewegen sich jetzt auch mehr. Muskulatur baut sich langsam auf und dazu benötigt es eben auch essentielle Aminosäuren (siehe Protein). Das dauert. Wenn sie sich jetzt mehr bewegen bei gleichbleibender Futteraufnahme (daher auch der Tip mit dem Brei), werden sie ihr Gewicht vermutlich erstmal nur halten - was ich in diesem Fall aber schon unter "Erfolg" verbuchen würde...
Unterstützende Maßnahmen für den Bewegungsapparat:
Wenn du das Gefühl hast, die Damen laufen unter Schmerzen, könntest du testweise mal eine Woche lang Schmerzmittel geben, um zu schauen, wie es sich das Gangbild damit verhält. Dann hast du einen Vergleich; im Zweifelsfall würde ich erstmal ne Dauertherapie draus machen. Zusätzlich würde ich Litozin verabreichen. Das ist ein Hagebuttenpulver, das gut gegen arthotische Beschwerden hilft (regt die Knorpelbildung an). Ist es Arthrose, wird es in Schüben verlaufen, so dass du immer mal wieder schauen solltest, wie sich das ganze entwickelt. Arthrose ist auch wetterabhängig: nasskalt erhöht die Beschwerden, trockene Kälte oder Wärme ist hingegen gut.
Es gibt verschiedene Arthrosemittel, aber die sind alle für Hund und Katz und stinken entsprechend nach Meerestieren oder anderem. Damit brauchst du einer empfindlichen Degunase nicht zu kommen

"Es irrt der Mensch, solange er strebt" (Johann Wolfgang von Goethe, Faust)
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Re: Erfahrungen mit Degus aus schlechter Haltung/Fütterung
Hier käme RodiCare Artrin noch in Frage. Ist explizit für Kaninchen und Nager und kann man ganz gut in etwas Brei unterschieben.Octodon hat geschrieben: 6. Feb 2019, 08:27 Es gibt verschiedene Arthrosemittel, aber die sind alle für Hund und Katz und stinken entsprechend nach Meerestieren oder anderem. Damit brauchst du einer empfindlichen Degunase nicht zu kommen
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Re: Erfahrungen mit Degus aus schlechter Haltung/Fütterung
Ah, ich wußte bis dato nicht, dass es da jetzt auch was von "Ratti-o-farm" gibt
Ich hab mir das Produkt grad mal angeschaut und habe folgende Anmerkungen:
- Wegen der enthaltenen Weidenrinde würde ich dann kein zusätzliches Schmerzmittel verabreichen
- Teufelskralle hilft zwar bei arthrotischen Beschwerden, muß aber zu einem bestimmten Zeitpunkt verabreicht werden. Als Standardtherapie halte ich
es daher für ungeeignet.
Also nochmal zum Verständnis, da ich gesehen habe, dass ich mich in meinem vorherigen Posting etwas unglücklich ausgedrückt habe:
Es gibt diverse Arthrosemittel direkt für Tiere, aber die sind meines bisherigen Wissensstandes eher für Hund und Katze und entsprechend geschmackstechnisch ausgerichtet. Bis auf das Artrin, das ich bisher aber nicht kannte.
Litozin ist natürlich auch ein Arthrosemittel, jedoch nicht explizit für Tiere. Was in dem Fall aber wumpe ist.

Ich hab mir das Produkt grad mal angeschaut und habe folgende Anmerkungen:
- Wegen der enthaltenen Weidenrinde würde ich dann kein zusätzliches Schmerzmittel verabreichen
- Teufelskralle hilft zwar bei arthrotischen Beschwerden, muß aber zu einem bestimmten Zeitpunkt verabreicht werden. Als Standardtherapie halte ich
es daher für ungeeignet.
Also nochmal zum Verständnis, da ich gesehen habe, dass ich mich in meinem vorherigen Posting etwas unglücklich ausgedrückt habe:
Es gibt diverse Arthrosemittel direkt für Tiere, aber die sind meines bisherigen Wissensstandes eher für Hund und Katze und entsprechend geschmackstechnisch ausgerichtet. Bis auf das Artrin, das ich bisher aber nicht kannte.
Litozin ist natürlich auch ein Arthrosemittel, jedoch nicht explizit für Tiere. Was in dem Fall aber wumpe ist.
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Re: Erfahrungen mit Degus aus schlechter Haltung/Fütterung
Danke für Eure Tipps
Geduld habe ich an sich schon, mich treibt nur die Sorge um, dass hinter dem körperlichen Zustand mehr stecken könnte als die schlechte Haltung (aufgrund der Pechsträhne in letzter Zeit bin ich da möglicherweise etwas zu nervös
)
Die diagnostischen Möglichkeiten sind - bis auf ein Röntgenbild und eine Blutabnahme - aber weitgehend ausgeschöpft.
Meine Tierärztin meinte, dass auch ein Mangel an Zink, Selen oder anderen Mineralstoffen hinter dem Zustand stecken könnte und geht davon aus, dass die beiden entsprechend versuchen werden, das mit dem neuen Futterangebot auszugleichen.
Frischfutter gibt es bei uns eigentlich immer reichlich, soweit die Wetterlage das zulässt (im Moment eher wenig). Daran sind die beiden auch schon gewöhnt. Dank der nunmehr guten Zahnsituation gibt es die Nüsse und Haferflocken lieber im Ganzen, zumal man die beiden für Brei auch nicht wirklich begeistern kann. Als zusätzliche Proteinquelle gibt es immer mal einen Mehlwurm (das Thema Proteine hatte ich auch schon mit der Tierärztin besprochen).
Schmerzmittel könnte ich nochmal ausprobieren. Nach der Zahnkorrektur haben sie für kurze Zeit Novamin bekommen. Da es offenbar noch scheußlicher schmeckt als Enrofloxacin war es aber ohne Zwang kaum in die beiden rein zu bekommen und da beide normal fraßen, habe ich schnell wieder damit aufgehört (die Verabreichung von Medis mit Futter ist bei den beiden auch etwas kniffliger als bei meinen anderen Degus). Ich fürchte, die zwei sind gut darin Schmerzen zu verbergen. Auch mit den wunden Zungen haben sie fleißig gefuttert (vermutlich schon länger, weil der Tierarzt, bei dem sie nach der Rettung vorgestellt wurden, sich mit Degus nicht auskannte und keine gründliche Zahnkontrolle gemacht hat).
Bei Pünktchen und Shorty ließen sich arthrotische Beschwerden ganz gut mit Traumeel bzw. Zeel behandeln, darum werde ich das bei den beiden auch mal probieren. Wärme bekommen sie auch täglich und genießen das sehr.
Bei meinem Pferd halfen lange Zeit Glykosaminoglykane. Geruchlich war das Präparat ok (wurde auch nicht aus Muscheln gewonnen, glaube ich). Ist aber vielleicht nicht so gut runter zu dosieren (außerdem ist das schon länger her und der Name ist mir entfallen...).

Geduld habe ich an sich schon, mich treibt nur die Sorge um, dass hinter dem körperlichen Zustand mehr stecken könnte als die schlechte Haltung (aufgrund der Pechsträhne in letzter Zeit bin ich da möglicherweise etwas zu nervös

Die diagnostischen Möglichkeiten sind - bis auf ein Röntgenbild und eine Blutabnahme - aber weitgehend ausgeschöpft.
Meine Tierärztin meinte, dass auch ein Mangel an Zink, Selen oder anderen Mineralstoffen hinter dem Zustand stecken könnte und geht davon aus, dass die beiden entsprechend versuchen werden, das mit dem neuen Futterangebot auszugleichen.
Frischfutter gibt es bei uns eigentlich immer reichlich, soweit die Wetterlage das zulässt (im Moment eher wenig). Daran sind die beiden auch schon gewöhnt. Dank der nunmehr guten Zahnsituation gibt es die Nüsse und Haferflocken lieber im Ganzen, zumal man die beiden für Brei auch nicht wirklich begeistern kann. Als zusätzliche Proteinquelle gibt es immer mal einen Mehlwurm (das Thema Proteine hatte ich auch schon mit der Tierärztin besprochen).
Schmerzmittel könnte ich nochmal ausprobieren. Nach der Zahnkorrektur haben sie für kurze Zeit Novamin bekommen. Da es offenbar noch scheußlicher schmeckt als Enrofloxacin war es aber ohne Zwang kaum in die beiden rein zu bekommen und da beide normal fraßen, habe ich schnell wieder damit aufgehört (die Verabreichung von Medis mit Futter ist bei den beiden auch etwas kniffliger als bei meinen anderen Degus). Ich fürchte, die zwei sind gut darin Schmerzen zu verbergen. Auch mit den wunden Zungen haben sie fleißig gefuttert (vermutlich schon länger, weil der Tierarzt, bei dem sie nach der Rettung vorgestellt wurden, sich mit Degus nicht auskannte und keine gründliche Zahnkontrolle gemacht hat).
Bei Pünktchen und Shorty ließen sich arthrotische Beschwerden ganz gut mit Traumeel bzw. Zeel behandeln, darum werde ich das bei den beiden auch mal probieren. Wärme bekommen sie auch täglich und genießen das sehr.
Bei meinem Pferd halfen lange Zeit Glykosaminoglykane. Geruchlich war das Präparat ok (wurde auch nicht aus Muscheln gewonnen, glaube ich). Ist aber vielleicht nicht so gut runter zu dosieren (außerdem ist das schon länger her und der Name ist mir entfallen...).
Viele Grüße,
Wiebke
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Re: Erfahrungen mit Degus aus schlechter Haltung/Fütterung
Auf Parasiten, besonders Giardien wurde bereits untersucht?
LG
Martina
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Re: Erfahrungen mit Degus aus schlechter Haltung/Fütterung
Eine Sammelkotprobe wurde untersucht. Allerdings nur mittels Flotation.
Viele Grüße,
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Re: Erfahrungen mit Degus aus schlechter Haltung/Fütterung
Das Ergebnis des Giardien-ELISAs kam heute. Die beiden haben zum Glück keine Giardien.
Sie bekommen nun seit dem Wochenende Traumeel und seit drei Tagen probeweise auch Novamin, wobei Lucy sich heute morgen geweigert hat das in einem Stück Tomate versteckt zu fressen und ich es auch nicht zwangsweise verabreicht habe.
Hazel ist möglicherweise ein klein wenig aktiver, wobei ich mir da nicht wirklich sicher bin. Da die beiden anscheinend ihre Aktivitätsphasen oft dann haben, wenn ich gerade das Futtergeld verdiene, bekomme ich nicht alles mit. Mehr Laufradsport konnte ich bei ihr jedenfalls nicht beobachten.
Am Gewicht hat sich auch nicht wirklich was geändert.
Hazel hat morgen einen Dental-Roentgen-Termin, da sie gelegentlich Sekret am linken Nasenloch hat (und am rechten nicht).
Sie bekommen nun seit dem Wochenende Traumeel und seit drei Tagen probeweise auch Novamin, wobei Lucy sich heute morgen geweigert hat das in einem Stück Tomate versteckt zu fressen und ich es auch nicht zwangsweise verabreicht habe.
Hazel ist möglicherweise ein klein wenig aktiver, wobei ich mir da nicht wirklich sicher bin. Da die beiden anscheinend ihre Aktivitätsphasen oft dann haben, wenn ich gerade das Futtergeld verdiene, bekomme ich nicht alles mit. Mehr Laufradsport konnte ich bei ihr jedenfalls nicht beobachten.
Am Gewicht hat sich auch nicht wirklich was geändert.
Hazel hat morgen einen Dental-Roentgen-Termin, da sie gelegentlich Sekret am linken Nasenloch hat (und am rechten nicht).
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Re: Erfahrungen mit Degus aus schlechter Haltung/Fütterung
Heute Abend waren wir wieder beim TA und Hazels Zähne und Wirbelsäule wurden geröngt.
Retrogrades Zahnwachstum hat sie möglicherweise im Anfangsstadium. Wirklich schlimm sieht aber die Wirbelsäule aus. Spondylosen an allen Wirbeln und eine extreme Verkrümmung am Hals und vorderen Rücken
.
Die Tierärztin vermutet als Ursache eine ernährungsbedingte Demineralisation. Aktuell sieht die Knochenstruktur jedoch wieder normal aus, mit der Ernährung sind wir also wohl auf dem richtigen Weg.
Die beiden werden nun vorerst mit Metacam behandelt. Traumeel gibts auch weiter.
Gerade erholen sie sich unterm Rotlicht von dem anstrengenden Ausflug, während ich zum wiederholten Male versuche, mich in Gleichmut gegenüber den Vor-Vor-Besitzern zu üben...
Retrogrades Zahnwachstum hat sie möglicherweise im Anfangsstadium. Wirklich schlimm sieht aber die Wirbelsäule aus. Spondylosen an allen Wirbeln und eine extreme Verkrümmung am Hals und vorderen Rücken

Die Tierärztin vermutet als Ursache eine ernährungsbedingte Demineralisation. Aktuell sieht die Knochenstruktur jedoch wieder normal aus, mit der Ernährung sind wir also wohl auf dem richtigen Weg.
Die beiden werden nun vorerst mit Metacam behandelt. Traumeel gibts auch weiter.
Gerade erholen sie sich unterm Rotlicht von dem anstrengenden Ausflug, während ich zum wiederholten Male versuche, mich in Gleichmut gegenüber den Vor-Vor-Besitzern zu üben...

Viele Grüße,
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