Penisentzündung (?) nach Prolaps

Fragen und Antworten zum Thema Degu-Gesundheit
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Octodon
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Penisentzündung (?) nach Prolaps

Kennt das jemand? Eine zunehmende Verhärtung des Penis' INNERHALB der Vorhaut nach einem Prolaps? Mit eventueller Phimose (Vorhaut läßt sich jedenfalls nicht zurückschieben).

Schnitzel hatte vor kurzem einen Penisvorfall, der mit einer leichten Entzündung (weil er ständig den Kopf zwischen den Beinen hatte für ca. 2 Tage) einherging, sich dann aber wieder zurückbildete (also der Prolaps). Seitdem ist aber alles andere als alles gut. Sein Penis scheint in der Vorhaut geschwollen und verhärtet, Schmerzen hat er aber offensichtlich keine oder nur relativ geringe - es sei denn, man friemelt dran rum, klar. Er hat normale Urinwerte, Harnabsatz ist möglich, aber er pinkelt anders als vorher: breitere Spuren, ein Zeichen, dass da irgendwas geschwollen ist, was den ursprünglichen weg des Harns blockiert oder behindert.

Die Tierärztin spricht pauschal von einer Entzündung, aber irgendwie bildet die sich nicht zurück. Vielleicht bin ich auch zu ungeduldig, er bekommt erst seit drei Tagen Antibiose.

In dieser Form habe ich das zum ersten Mal, vielleicht kann jemand etwas dazu sagen.
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Firelady
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Re: Penisentzündung (?) nach Prolaps

Hallo,

Vielleicht hilft Dir mein Bericht von Tappi:
viewtopic.php?f=61&t=5508

Es war keine Entzündung per se, es lag auch nur zweitrangig am Penis. Hier war fehlende Hygiene und zu seltenes Ausschachten und Putzen ursächlich, bis das dann gar nicht mehr ging.

Wenn Schnitzel sich seinen Penis tatsächlich wund geleckt hat und sich daran Schorf gebildet hat, ist es sicherlich nicht vergleichbar. Keine Ahnung, wie krass Degus lecken - kennt Ihr diese oberflächlichen Verschorfungen, wenn man mit der Haut über eine raue Oberfläche ratscht? Hatte ich mal sehr eindrucksvoll, nachdem ich auf dem Teppich ein Meerschweinchen mit einem Hechtsprung einfangen musste… aua :roll:

Ich wünsche Deinem Patienten jedenfalls gute Besserung!
Liebe Grüße,
Julia


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Re: Penisentzündung (?) nach Prolaps

Danke für den Hinweis. Ich hab jetzt grad mal geschaut... Ja, die Situation aus deinem Bericht kommt der mit Schnitzel schon sehr nahe. Damit bestätigt sich dann auch meine Vermutung, dass nochmal extra gesäubert werden muß, womit ich wieder am Anfang meiner Gedankenkette bin. Auch eine Kastration steht bei ihm im Raum.
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chaya93
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Re: Penisentzündung (?) nach Prolaps

also ich hatte bei meinen Jungs zwar schon einige Penisvorfälle, aber noch nicht so etwas, was du hier beschreibst.
Sieht man das denn von Außen oder spürt man nur, dass da etwas verhärtet ist?
Anna

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Re: Penisentzündung (?) nach Prolaps

Die morgendliche Inspektion ergab einen leichten Rückgang der Schwellung im Vergleich zu gestern und den Tagen zuvor. Äußerlich ist nur wenig erkennbar. Wie gesagt, es steht vor ein ganz kleiner "Zippel" ab, der die Eichel sein könnte, dafür aber für mein Empfinden zu weich und nachgiebig ist (sodass ich eher denke, dass es sich doch um leicht geschwollenes Vorhautgewebe handeln dürfte).

Wenn man etwas herummanipuliert, kommt auch da "Schmodder", allerdings nur wenig und mäßig übelriechend. Ich werde weiter Antibiose geben und Weidenrindenauflagen machen. Freitag ist Kontrolle, mal sehen, wie es bis dahin aussieht.
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Re: Penisentzündung (?) nach Prolaps

Nach zwei erfolglosen Anläufen hinsichtlich eines Termins war ich gestern nun endlich nochmal bei meiner Stamm-Tierärztin. Der Penis ließ sich auch gestern nicht vorlagern - bestenfalls die Spitze - und es ist immer noch alles relativ verhärtet. Schnitzel wurde geröngt und sie versuchte eine Spülung, was aber nur leidlich klappte, da die Schwellung im Weg war.

Sie geht daher (eigentlich wie immer) vom Schlimmsten, also einem Tumor, der vermutlich irgendwann zu einer Harnwegsverlegung führen wird, aus. Ich denke da immer noch etwas positiver und denke, es wird nach wie vor unentfernter Dreck sein, der ihm da das Leben schwer macht, und durch die konstante Schwellung ist halt keine Vorlagerung möglich. Die Vorhaut kann man schlecht operiereren aufgrund Narbenbildung (die wiederum zu Voralgerungsproblemen führen könnte). Allerdings hatte ich mal einen Degu, der sich die Vorhaut infolge eines Prolapses so ziemlich komplett selbst amputiert hat. Der Penis war danach wider Erwarten okay und er hatte keinerlei Einbußen beim Pinkeln, auch ist der Penis nicht ausgetrocknet (was ja oft befüchtet wird bei einer permanenten Vorlagerung).

Ich bin - für die Verhältnisse, die ich sonst aus dieser Praxis kenn - mit reichlich Medikation versorgt worden, sie gibt Schnitzel nur noch wenig Hoffnung.

Ich werde es jetzt noch ein paar Tage nochmal mit der bewährten AB/Cortison Kombo probieren (dafür, dass ich Cortison in den meisten Fällen eigentlich ablehne, habe ich gerade ziemlich viel damit zu tun), in der Hoffnung, dass das ggfs. den Penis noch etwas zum Abschwellen bringt. Auch hat sich da vermutlich schon wieder eine Entzündung gebildet, sein Harn riecht jedenfalls ziemlich unangenehm (Combur ist allerdings unauffällig).

Das Gebiss ist übrigens tiptop, bis auf seine etwas gruselig wachsenden Schneidezähne. Ich denke nach wie vor, dass hier auch der Kasus Knaxus hinsichtlich Unterbodenpflege liegt: vermutlich hatte er da mal wieder die bewährten zwei Spitzen, die beim Putzen piekten. Weswegen er dann die Pflege mit bekanntem Ergebnis eingestellt hat :roll: (also vermutlich wie bei Annas Senioren).

Keine Ahnung nun, wie es weitergeht. Wenn meine Tierärztin recht hat, kann es wohl recht schnell gehen. Wenn dem so sein sollte, werde ich wohl Dickie mitgehen lassen. Das wäre dann tatsächlich ein messerscharfer Cut zum Ausstieg aus der Deguhaltung und gleichzeitig wohl der allerschwerste Letzte Gang, den ich jemals gehen mußte (okay, so viel Pathos war nicht beabsichtigt). Naja, schauen wir mal.
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Re: Penisentzündung (?) nach Prolaps

:( das sind ja wahrlich keine rosigen Aussichten.

Aber die Schneidezähne können tatsächlich auch mit ein Punkt sein, der hier rein spielt.
Eine Korrektur war nicht möglich?

Ich habe von meiner TA mal eine abschwellende Creme zum Auftragen bekommen. Ich muss mal suchen, ob ich da noch rausfinde, was das für eine war.

Ansonsten hoffe ich, dass es klappt mit deiner Therapie!

Geht es Dickie denn auch nicht so gut, dass du ihn mitgehen lassen würdest?

Edit: Zucker auf die Schwellung hast du vermutlich schon probiert oder?
Anna

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Re: Penisentzündung (?) nach Prolaps

Die Zähne korrigiert er sich selbst.

Er ist vor längerem mal sprichwörtlich "aufs Maul" geflogen und hat sich dabei den oberen Schneidezahn abgebrochen. Durch das verzögerte Nachwachsen kam es da zu einem leichten Fehlbiss mit V-Stellung der unteren Schneidezähne, das sich aber mit der Zeit kontinuierlich selbst korrigierte. Als die Fehlstellung noch recht ausgeprägt war, bildeten sich an den unteren Incisivi immer wieder Spitzen, die er sich aber immer wieder selbst abgebrochen hat durch Stöckchennagen. Jetzt hat er schon seit längerem keine Spitzen mehr und die Zähne wachsen wieder gerader. Meine TÄ sah da gestern keinerlei Handlungsbedarf.

Dick hat eine ungeklärte Atemproblematik, die ihm schon seit Monaten zunehmend zu schaffen macht. Auch hier weiß ich nicht, wie lange das noch gut geht, auch wenn ich mit der Cortison-Dosis noch lange nicht am Maximum bin. Aber er baut schon so langsam ab und an manchen Tagen ist es wirklich richtig schlimm.
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Re: Penisentzündung (?) nach Prolaps

Zu dem eigentlichen Thema kann ich nichts beitragen, aber ein *knuddel* für Dich und die Hoffnung, dass es bei Schnitzel doch besser aussieht, als von der Tierärztin befürchtet und auch Dickie noch lange ein lebenswertes Leben hat wollte ich doch hier lassen. So ein Leben komplett ohne Degus würde vermutlich doch ein Loch hinterlassen (auch wenn der Kopf vielleicht sagt, dass es besser so ist), oder?
Octodon
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Re: Penisentzündung (?) nach Prolaps

Dankeschön.

Ja, meine Tierärztin ist eher der pessimistische Typ. Schon immer gewesen. Sie möchte den Leuten nicht zu viel Hoffnung machen, weil sie weiß, wie weh das tut, wenn die Hoffnungen sich dann doch nicht erfüllen. Sie irrt sich jedoch gern und freut sich, wenn es den kleinen Patienten dann doch wieder besser geht als vermutet.

Auf dem Röntgenbild war nichts zu sehen, was sie allerdings auch nicht wirklich freudig stimmte, denn sie sagte, dass Tumoren im Urogenitalbereich gerne im Verborgenen wüchsen und ein dahingehend negatives Bild keine allgemeine Entwarnung darstelle. Sie wollte eher schauen, ob er Steine oder ähnliches in der Blase hat, aber da ist alles ok.

Das Röntgengerät ist auch nicht so der Burner. Die Bilder sind immer recht ungenau. Ist zwar immer das "Heimtier-Programm (Hamster, Maus & Co" gewählt, aber der Computer kann mit den Proportionen eines Degus scheinbar nicht so viel anfangen.

Das Spülen scheint allerdings wohl doch etwas gebracht zu haben, denn die Schwellung ist ein kleines Bißchen zurückgegangen, bilde ich mir ein. Also zumindest kann man die Struktur des Penis' jetzt wieder ein wenig als solchen beim Tasten erkennen und hat nicht das Gefühl, nur einen einzigen harten Klumpen zu fühlen. Dafür sind jetzt seine Leberwerte richtig mies. Ich hatte mich schon vor Wochen über die immer mal wieder in nicht gerade geringer Menge auftretenden Ketonkörper gewundert, die aber völlig losgelöst von anderen Parametern (Glukose/Bilirubin/Urobilinogen/Blut) auftauchten. Deshalb schob ich es letztenendes auf den Stress bei den TA-Besuchen bzw. auf die seinerzeit erfolgte Medikation. Die letzte Zeit (v.a. nach Ende der Antibiose) war alles wieder gut.

Gestern jedoch hatte er erhöhte Urobilinogen und Bilrubin-Werte, sowie etwas Blut und einen dunkel-lila Ketonwert auf dem Test. Also hat seine Leber grad wieder richtig Stress - vermutlich mit dem Abbau der ganzen Mittel vom Vortag. Auch wenn es etwas beunruhigend ist, hege ich die Hoffnung, dass dies das geringere Übel ist, denn da kann man relativ gut unterstützen.

Naja. Schauen wir mal, wie es weitergeht. Degus begleiten mich jetzt lückenlos seit 20 Jahren, also schon fast die Hälfte meines Lebens. Es wäre tatsächlich eine absolute Umgewöhnung, abe eigentlich kann ich mir schon seit Jahren keine Tiere mehr "leisten" (weniger finanziell als aufgrund meiner Lebensumstände), und die beiden habe ich damals schon mit der latenten Prämisse, dass sie die (vorerst) letzten sein werden, aufgenommen. Naja, stimmte nicht so ganz, danach kamen noch drei Damen, die aufgrund ihres Alters jedoch schon alle vor längerem weitergezogen sind.
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