Abzess - Zahnprobleme Terminalgebiss?

Fragen und Antworten zum Thema Degu-Gesundheit
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Nila
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Abzess - Zahnprobleme Terminalgebiss?

Hallo,

wir haben im März fünf weibliche Degus übernommen, die laut Vorbesitzer keine Zahnprobleme haben sollten. Im April wurde eines der älteren Tiere immer mäkliger, der Gang zum Tierarzt ergab dringend OP nötig. Mit Mühe haben wir sie bis zum OP-Termin gepäppelt, dann kam die niederschmetternde Diagnose, dass sie überall Abzesse hätte und der Kiefer sich schon zersetzt hätte und man überall Zähne ziehen müsste. Die Tierärztin gab ihr null Chancen, so dass wir sie gehen lassen mussten. Seitdem wiegen wir besonders akribisch und füttern Leckerlis gleichzeitig, um irgendwelche Veränderungen schnell sehen zu können. Als es so heiß war, bekam eines der jüngeren Degus eine nasse Nase und nahm auch ab, fraß aber eigentlich unverändert alles. Da die nasse Nase nicht wegging, sind wir mit ihr zum Tierarzt. Befund war Mundhöhle vereitert, schiefer Zahn. Wir sind mit Antibiotika (Orniflox) und Schmerzmittel (Meloxoral) und OP-Termin nach Hause geschickt worden. Zur OP am Donnerstag wurde festgestellt, dass die Entzündung im Mundraum vollständig ausgeheilt ist, eine Zahnspitze wurde gefeilt, ein lockerer Zahn gezogen. Nach Einschätzung des Röntgenbildes meinte die Tierärztin, unsere Deguline habe ein "Terminalgebiss", sie habe mehrere kleinere Abzesse im Kiefer, die fortschreitend sind, der Kiefer würde immer mehr vereitern. Im Grunde, so wie unser Degu im April, nur im Anfangsstadium. Die Tierärztin denke, sie hätte so vielleicht noch ein Jahr. Wir sollen ihr jetzt dauerhaft Schmerzmittel geben, jetzt allerdings Meloxydyl, aber auch wieder 0,15ml täglich. Das finde ich sehr viel, vor dem Hintergrund, dass unser älteres Degu bei ersichtlichen Schmerzen damals einen Tropfen pro Tag bekommen sollte. Unsere Maus jetzt zeigt keine Schmerzen, frisst auch wieder alles, wenn auch langsamer als früher (wobei das eigentlich erst seit dem Tierarztbesuch so ist), ist jetzt eigentlich auch wieder recht aktiv. Wir sollen ansonsten nur aller vier Wochen zur Kontrolle kommen.

Kann man bei Abzessen denn gar nichts machen? Können wir nur abwarten, bis sie auch so leidet, wie unsere ältere Degudame und sie dann erlösen? Und müssen wir uns da jetzt nach und nach bei allen Degus drauf einstellen? Bis auf eines, das wir dazuvergesellschaftet haben, stammen die vier wohl alle aus der gleichen Zucht. Kennt jemand im Raum Leipzig vielleicht noch einen Anlaufpunkt, den wir versuchen können?

Welchen Sinn macht die vierwöchige Kontrolle, wenn niemand etwas tun kann? Bislang sind unsere Degus vom TA beide so zurück gekommen, dass ich bei beiden dachte, sie überleben den Tag nicht. Das aller vier Wochen zu machen, scheint mir nicht gerade gut für die Tiere.

Was sagt ihr zum Wechsel des Medikaments (der Wirkstoff ist wohl derselbe) und zur Höhe der Dosierung? Ich mache mir Gedanken, weil das so doll viel ist und wir diese Dosis jetzt dauerhaft geben sollen. Da kann man ja, wenn das alles fortschreitet auch nichts mehr erhöhen.

Wir sind für jeden Tipp dankbar.

Viele Grüße,
Nila
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Frank
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Re: Abzess - Zahnprobleme Terminalgebiss?

Servus, Nila,

Dagmar @DaLo hat Dir schon via E-Mail geantwortet. Bitte hole Dir unbedingt eine tierärztliche Zweitmeinung ein. Dann schauen wir weiter.

Ciao, Frank
Derzeit bei uns und hoffentlich glücklich: Ronja und Porthos
:regenbogen: Aramis (14.11.2023), Jerry (20.12.2023), Athos (08.09.2024), Hamster Luici (23.10.2024), Valentina (25.02.2025)
Nila
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Re: Abzess - Zahnprobleme Terminalgebiss?

Es ist ja leider nicht so, dass man leicht an eine Zweitmeinung kommt. Gibt ja kaum Tierärzte für Degus. Und eine Onlineberatung ergibt für mich keinen Sinn, wenn nicht anschließend auch eine Behandlung gemacht werden kann. Anscheinend hat unsere Maus einen katastrophalen Befund,weil auf jeder Kieferseite irgendwas nicht in Ordnung ist einschließlich retrogardem Wachstum.

Weiß jemand, wie man damit am besten umgeht? Da ist das Netz auch recht dünn dazu. Aller vier Wochen Zähne runter schleifen lassen? Da mache ich mir wirklich Sorgen um die dauernden Narkosen, wo der Tierarztbesuch ja schon so ein Drama ist *schnüff*

Unsere Deguline hat schnell wieder zugenommen und man merkt jetzt absolut gar nichts. Das macht es irgendwie noch fieser,weil man nichts einschätzen kann. Mache mir Sorgen, wie man das zB mit Urlaub handhabt. Klar kommt jemand und versorgt die Schnuffies, aber momentan kann ich überhaupt nicht einschätzen, wie schnell sich da vielleicht Notsituationen entwickeln könnten.

Dass es so viel komplexer wird, Degus zu halten, war für uns trotz aus meiner Sicht guter Vorinformation nicht erkennbar. Hoffentlich bekommen wir das gut hin *schnüff*
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friday
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Re: Abzess - Zahnprobleme Terminalgebiss?

Hallo,
Es gibt durchaus leider einige Degus, die in diesem Abstand die Zähne gemacht bekommen müssen. Allerdings ist das auch ein Ranglisten an den Abstand. Meistens sind im Sommer mit Fressen von Frischfutter die Abstände länger als im Winter, wo es leider nicht so viel Abgebot gibt. Außerdem kann durch das regelmäßige runterschleifen auch ein vernünftiges bzw gleichmäßiges kauen wieder erlernt werden. Was auch zu besserem , gleichmäßigem Abnutzen führt.
Gib die Hoffnung nicht auf.
Lg Annika
Ps: eine 2. Meinung für ein Röntgenbild kann schon sinnig sein, denn manchmal hat ein zweiter Tierarzt einfach schon mehr gesehen und kann Tipps geben.
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Sabine St.
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Re: Abzess - Zahnprobleme Terminalgebiss?

Wir hatten auch schon einige Degus mit Zahnproblemen. Unser schlimmster Fall war Fritzchen. Der ging alle 10 Tage zum Schleifen. Die Narkose hat er 2 Jahre lang super weggesteckt, bevor wir ihn erlösen mussten.
Wir haben aber auch die Erfahrung gemacht, dass die Zähne besser werden (wie fiday sagt) und die Abstände der Zahnbehandlungen länger werden.
Außerdem denke ich, dass das Schmerzempfinden bei Degus anders als bei Menschen ist. So lange dein Degu frisst und sich normal verhält, solltest du ihm die Chance geben.
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DaLo
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Re: Abzess - Zahnprobleme Terminalgebiss?

Hallo,

auch ich hatte schon einige Degus (auch aktuell), die in Abständen von 4-6 Wochen zum Zähneschleifen müssen. Je nach Alter des Tieres und der Konstitution können die das durchaus zwei, drei Jahre mitmachen (wobei ich ausschließlich von Gasnarkosen spreche).

VG Dagmar
Nila
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Re: Abzess - Zahnprobleme Terminalgebiss?

Danke für eure aufmunternden Worte. Irgendwie haben wir nicht damit gerechnet, dass Degus so hochkomplex sind. Beim Füttern kann man gefühlt ja auch nur etwas falsch machen *schnüff*

Hat jemand Erfahrung mit retrogardem Zahnwachstum? Haben wir damit trotzdem auch die Chance, dass unsere Maus noch ein Weilchen bei uns bleibt? Ich verstehe immernoch nicht so richtig, wieso man die Zähne dauernd wegschleifen soll. Sie frisst ja prima und dann permanent zur Narkose kommt mir irgendwie merkwürdig vor. Und das Wachsen nach innen bekommt man damit doch nicht eingeschränkt,oder verstehe ich da was falsch? :thinking:

Und hat jemand Tipps, wie man den Tierarztbesuch besser verkraftbar gestalten kann, damit unsere Degus nicht immer halb komatös zurück kommen?

Hat jemand Erfahrung mit Zuchtlinien? Gibt es eine Chance, dass die zwei anderen nicht oder nicht so schlimm dran sind, wenn zwei Tiere der Linie so massiv betroffen sind?
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Elfe
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Re: Abzess - Zahnprobleme Terminalgebiss?

Meine Erfahrungen sind vermutlich nur begrenzt vergleichbar. Ich lebe nicht in Deutschland. Aber unsere Tierärztin, die die Deguzähne macht, dosiert die Gasnarkose so, dass selbst mein damals palliatives Tier mit 170 Gramm 15 Minuten nach dem Eingriff an den Zähnen (hatte auch retrogrades Zahnwachstum, war jedoch nicht der Grund ihres geringen Gewichts) in ihrer Transportbox sass und Chicoree futterte, ein Eingriff wo ich unterschreiben mußte, dass die Narkose Hochrisiko wäre. Gab nur keine Alternative zur OP. Ich kenne es nicht, dass die Tiere halbkomatös sind.

Hat dein Tierarzt Erfahrung mit Degus und mit Nagetierzähnen?

Bei den retrograden Tieren bilden sich gerne Spitzen oder die Zähne wachsen falsch im Mund, weswegen sie regelmäßig gemacht werden müssen. Sie belasten sie unterschiedlich. Mit ebenmässigen Kauflächen können sie sich länger ernähren, so habe ich es zumindest verstanden. Aber es gibt andere hier, die viel Erfahrungen mit retrogradem Zahnwachstum haben. Es wird leider immer häufiger.

Zuchtlinien? Rücksichtslose Vermehrung und Zucht auf schicke fancy Farben haben der Zahngesundheit unserer Tiere leider nichts Gutes getan. Aber - aus eigener Erfahrung: Ich hatte ein angebliches Schwesterntrio, zwei davon starben sehr jung (mit zwei und drei Jahren), nicht an retrograden Zahnwachstum, sondern an Schlaganfällen (Ich vermute eine erblich bedingte Blutgefäßmissbildung im Gehirn). Die dritte sitzt mit inzwischen fünf Jahren gesund und munter neben mir im Nagarium und döst gerade. Deshalb - natürlich gibt es die Chance, dass die anderen Tiere bei einer erblichen Krankheitsveranlagung nicht betroffen sind!

LG
Mona
Das Leben des Frauchens durchwirbelnd *wuschel* : Muffin, Streusel, Gucci, Nougat und Brownie
:regenbogen: : Keksie und Toffee
Nila
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Re: Abzess - Zahnprobleme Terminalgebiss?

Die Tierärztin steht auf der Kleinsäugerliste und hat angeblich Erfahrung. Nach der OP war unsere Maus auch sofort wieder fit. Aber bei den Kontrollen,weil wir Auffälligkeiten bemerkt haben, die Tiere aber noch fit waren, kamen beide so zurück, dass ich jedes Mal dachte, das war's, sie übersteht die Nacht nicht. Beim letzten Mal ist sie wirklich aus der Transportbox in den Käfig rein und platt umgefallen und hat sich nicht mehr bewegt. Sie ist im Laufe des Tages dann nur immer, wenn die anderen nach ihr geguckt haben ein paar Schritte weitergewankt, bis sie im Nest ankam, wo sie erst am nächsten Tag wieder razs gekommen ist. Davor habe ich echt Angst,wenn wir das aller paar Wochen haben :shock:

Vielleicht hat ja einer von euch einen Tipp, wie man die Degus besser entspannt, dass sie zur Untersuchung nicht so gestresst sind
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Chris
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Re: Abzess - Zahnprobleme Terminalgebiss?

Hi Nila, wir haben uns im Kreise erfahrener Deguhalter über deine Problematik unterhalten. Ohne dass ich den Anspruch erheben wollte, die Anderen komplett zu repräsentieren, möchte ich versuchen, ein paar Details klarzustellen. Dabei will ich keinem vorher gepostetem Beitrag widersprechen. Vorab aber der Hinweis auf unsere Seite zu Zahnproblemn, falls du die nicht schon kennst: https://deguhilfe-sued.de/info/infomate ... bei-degus/
In den vorhergehenden Beiträgen wird von diversen DHS-Aktiven (Sabine St., Friday, Dalo) vom Zähne schleifen geschrieben. Das ist insoweit zu ergänzen, dass alle Genannten schon Degus mit retrogradem Zahnwachstum hatten, sie beziehen sich also schon direkt auf deine Problematik.
Generell kannst du durch die Ernährung einen gewissen Einfluss auf den Fortschritt der Krankheit erzielen, speziell die Fütterung mit Frischfutter empfehlen wir, siehe https://deguhilfe-sued.de/info/frischfutter/. Je mehr die Zähne durch das Knabbern der Nahrung abgeschliffen werden, desto weniger muss das Tier zum Zahnarzt. Durch das Kürzen der Zähne können sie nach außen, also in die richtige Richtung wachsen. Gibt es hingegen einen ständigen Gegendruck durch zu lange, also nicht gekürzte Zähne, setzt sich das retrograde Wachstum fort. Das führt dann dazu, dass die Atemwege verlegt werden können und schlimmstenfalls wachsen Zähne im Oberkiefer bis ins Gehirn bzw drücken darauf. Bei Atemwegproblemen beginnt das Fellchen dann immer schwerer zu atmen. Wenn das Tier "zieht", also mit Atemgeräusch und offenem Mund atmet, sollte man dringend darüber nachdenken, es erlösen zu lassen, Ersticken ist kein schöner Tod. Bei Hirnschädigungen können die motorischen Fähigkeiten beeinträchtigt werden, was z.B. als im Kreis laufen sichtbar wird.
Allerdings haben wir in über 15 Jahren und bei mehr als 50 Degus schon Tiere gehabt, die trotz des retrograden Wachstums sehr lange durchgehalten haben, bei guter Lebensqualität, vgl. auch die Beiträge von Sabine und DaLo. Das ist aber leider nicht vorhersehbar.
Zur Narkose: Die meisten von uns erfahrenen Deguhaltern bevorzugen stark eine Gasnarkose, im besten Fall "kurz angasen, Zähne machen, fertig..." (vorher Schmerzmittel gegeben, Gasnarkosen schalten das Schmerzempfinden nicht aus). Wenige Minuten später ist ein sonst fitter Degu oft schon wieder weitgehend wach.
Gegenbeispiel: eine schwache Degudame trifft auf eine TÄ, die nur Injektionsnarkosen macht. Mangels Alternative wird das so durchgeführt, das Tier kommt mit der Aussage zurück "sie ist wach, wohlauf, aber hat noch nicht gefressen, aber das bekommen Sie ja hin als Erfahrene...". Einen Tag später ist die Degudame tot, sie war immer nur völlig platt und hat trotz intensivster und erfahrendster Bemühungen nichts mehr zu sich genommen. Das haben wir leider kürzlich gehabt.
Ggf. kannst du mal schauen, ob sich deine Tiere besonders aufregen, wenn sie beim TA sind. Wenn noch nicht gemacht, könnten Begleittiere die Situation verbessern, das musst du aber im Einzelfall entscheiden. Wenn aus einem aufgeregten Tier zwei werden, hast du m.E. nichts erreicht. Zudem kann man die TÄ fragen, ob ein möglichst kurzer Aufenthalt und ebenfalls eine kürzestmögliche Narkose machbar sind. Je nach Menschenbezug habe ich auch schon kleine Patienten bei mir auf dem Bauch gehabt, um die Temperatur des Tieres zu halten.
Zuchtlinien bzw. genetische Linien: um es kurz zu machen, kann man nicht von einem Tier aufs andere schließen. Wir haben Tiere aus einer schlimmen Haltung, alles Inzesttiere. Unsere 7 sind alle OK, andere Halter, die Tiere aus der gleichen Vermehrung haben, klagen über sehr viele Krankheiten und Todesfälle. Das was Elfe zu Zuchtlinien schrieb halte ich für äußerst zutreffend.
Wenn du möchtest können wir gerne telefonieren, schreib mir ggf. eine PN dazu.
Kommt der Veterinär zum Hausarzt. Der fragt: "Wo fehlt's uns denn...?". Darauf der Veterinär: "Na, so ist es ja einfach..."
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